Das Trennungsgespräch mit den Kindern – warum dieses Gespräch so entscheidend ist.

Shownotes

Es gibt diesen einen Moment, vor dem sich fast alle Eltern fürchten: Das Gespräch, in dem ihr euren Kindern sagt, dass ihr euch trennt.

❓Was sagen wir ❓Was lassen wir weg ❓Wie reagieren wir, wenn unser Kind weint oder gar nichts sagt ❓Wann sagen wir es ❓Was ist der beste Ort

In dieser Folge gehen wir auf all diese Fragen ein und schauen darauf, was vor dem Gespräch zwischen euch als Eltern geklärt sein muss, wie ihr euch und eurem Kind Sicherheit, Orientierung und Verbindung schenkt und was Kinder in diesem Moment wirklich brauchen, um sich nicht zwischen Mama und Papa entscheiden zu müssen.

Außerdem sprechen wir darüber,

✅ warum Kinder die Trennung oft schon lange spüren ✅ weshalb dieses Gespräch so wichtig ist ✅ und warum viele Eltern danach eine große Erleichterung erleben

Diese Folge richtet sich an Eltern, die Verantwortung übernehmen wollen – für sich und für ihre Kinder – und die spüren, dass ein gut vorbereitetes Gespräch ein echter Wendepunkt im Trennungsprozess ist.

Ihr steht genau an diesem Punkt, euch hat der Podcast geholfen und gleichzeitig braucht ihr für eure Situation eine individuelle Begleitung? Ich habe schon über 300 Eltern im Trennungsprozess beraten und ihr seid herzlich Willkommen. Lasst uns gemeinsam das Gespräch vorbereiten und die nächsten Schritte in eurer Trennung planen. Hier geht es zu meinem dafür entwickelten Trennungsheldenpaket: https://www.trennungsbegleiterin.de/trennungsheldenpaket

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Susanne Pehse: Hallo und herzlich willkommen zu deinem Lieblingspodcast Starke Trennungskinder. Katja und ich sind für dich wieder am Start mit einem Thema. Wir wollen uns trennen. Wie sagen wir es denn den Kindern? Es gibt diesen einen Moment, vor dem sich viele Eltern fürchten. Ihr wisst, dass ihr mit euren Kindern über die Trennung sprechen müsst, aber ihr wisst nicht wie. Was sagen wir? Was lassen wir weg? Was, wenn unser Kind weint oder vielleicht gar nichts sagt? Wie reagieren wir denn dann? In dieser Folge sprechen wir genau über dieses Gespräch, über das, was vorher in euch als Eltern passieren muss, über das, was Kinder in diesem Moment von euch brauchen und darüber, warum dieses Gespräch ein echter Wendepunkt im Trennungsprozess ist, für euch und für eure Kinder. Also lasst uns direkt reinstarten.

Susanne Pehse: Das Trennungsgespräch beginnt vor dem eigentlichen Gespräch mit den Kids, denn es gibt ganz zentrale Bedürfnisse, die ihr euren Kindern erfüllen müsst in diesem Gespräch. Das Bedürfnis nach Sicherheit, nach Orientierung, nach Struktur, nach Klarheit und nach Verbindung. Und hier nehme ich gerne wieder dieses Beispiel des Flugzeuges. Es kommen die Masken nach unten gefallen und wir schauen bitte zuerst. Wir setzen uns die Maske auf, bevor wir anderen Menschen helfen können. Und genauso kannst du dir das auch für dieses Gespräch vorstellen. Das heißt, wenn ihr als Eltern eine Sicherheit habt, wenn ihr Orientierung habt, das heißt, wenn ihr wisst, was ihr sagen wollt, wenn ihr eine Struktur, eine Klarheit und auch eine Verbindung als Eltern miteinander habt, erst dann geht ihr bitte in dieses Gespräch. Ja? Und wenn ihr spürt ... Also eine innere Verbindung ist bei uns aktuell kaum möglich und wir wissen auch überhaupt gar nicht, wie wir es tun sollen, dann holt euch bitte an der Stelle Unterstützung. Kinder müssen in diesem Gespräch wissen, was kommt und was bleibt. Merkt euch das als diesen Leitsatz. Was kommt und was bleibt. Also Kinder brauchen keine Details, sie brauchen keine Begründung und sie brauchen vor allen Dingen keine Schuldfragen. Was Kinder brauchen ist, was bleibt gleich? Wer bleibt für mich da? Wie geht es jetzt weiter? Ihr merkt schon, wir hangeln uns hier wirklich an diesen Bedürfnissen lang. Weil wenn das Kinder wissen, wenn ihr vorher schon wisst, was ihr sagen wollt und vor allem, wie es für euer Kind weitergeht, dann habt ihr eine Sicherheit, ihr habt für Euer Kind eine Orientierung geschaffen, euer Kind hat Klarheit. Und ihr merkt jetzt schon oder du merkst jetzt vielleicht schon, da fehlt mir jetzt so ein Stück Klarheit, wir wissen noch gar nicht, wie wir unseren Umgang eigentlich gestalten.

Susanne Pehse: Dann swipe bitte noch mal eine Folge nach vorne. Dort besprechen Katja und ich das Thema Umgangsmodelle und wir werden auch in den weiteren Folgen verschiedene Umgangsmodelle beleuchten, weil das ist ganz wichtig und hier mag ich dir mein Beispiel aus meiner Praxis mitbringen oder erzählen. Manchmal kommen Eltern zu mir, die sind völlig aufgelöst. ist die Trennung vielleicht gerade mal drei Wochen her und die sitzen jetzt da und sagen, jetzt wollen wir es aber unbedingt den Kindern sagen. Und dann beobachte ich ganz genau, wie sind denn die beiden aufgestellt? Sind die auch emotional verfügbar? Wissen die schon ungefähr, was kommt und was bleibt? Und wenn nicht, dann bereiten wir erst mal das Umgangsmodell vor oder schauen erst mal, wie wir die Eltern oder wie ich die Eltern wieder ein bisschen emotional stabilisieren kann, bevor sie da völlig desaströs in dieses Gespräch mit den Kindern gehen. Als Beispielbild will ich dir mitgeben oder auch als Beispielsatz, wir bleiben eine Familie mit zwei getrennten Wohnungen. also das ist hier an der Stelle. Und wenn ihr uns schon eine Weile zuhört, uns beiden das ja sowieso immer ganz wichtig, dass ihr euch als Paar trennt, aber niemals als Eltern. Und dieser Podcast sollte dich dazu animieren und inspirieren, diese Elternbeziehung auch in jeglicher Art und Weise zu stärken.

Susanne Pehse: Es gibt verschiedene Ängste der Eltern. Typische Gedanken sind, wie reagiert mein Kind? Was, wenn es weint oder nichts sagt? Was, wenn es in sein Zimmer rennt? Was, wenn es einfach alles übergeht? Was, wenn wir gar nicht ausreden können? Wer sagt überhaupt irgendetwas? Wer fängt überhaupt an? Das sind die typischen Ängste. Darauf gehe ich dann noch mal ein. Jetzt möchte ich aber erst mal Katja zu Wort kommen lassen. und dich mal fragen, Katja, wie können Eltern sich denn auf die Reaktion des Kindes vorbereiten? Also gibt es da irgendwas, was du da mitgeben kannst?

Katja Westerbarkey: Ja, es ist eine super intensive Zeit, weil wir Eltern ja wahnsinnig Angst haben, aus der Bindung von unseren Kindern zu gehen. Wir haben Angst, die Kinder zu verlieren. Oft jeder Eltern teil. Vor allem im Wechselmodell. Da müssen wir aufpassen, dass es nicht in eine Konkurrenz haftet. Und deswegen ist es vorab super wichtig, mir selber über meine Gefühle klar zu werden. Wie fühle ich mich? Wie geht es mir, wenn ich es den Kindern sage? Denn den Kindern es zu sagen, bedeutet für mich auch noch eine Art des Abschlusses, der Entgültigkeit. Den Kindern es zu sagen, ein großer Schritt, da gibt es keinen Schritt mehr zurück. Wie bereite ich mich vor, indem ich als Allererstes einmal schaue, wie geht es mir? Fühle ich mich, wie du auch schon sagtest, Susanne, fühle ich mich wirklich stabil genug, es den Kindern zu sagen. Denn die Reaktionen der Kinder und für Kinder ist es immer, egal in welchem Alter, primär ein großer Schock. Weil selbst wenn sie es wahrgenommen haben und auch gefühlt haben und gemerkt haben, es stimmt nicht mehr, es ist was komisch zwischen Mama und Papa, haben sie immer noch die Hoffnung, oder die Hoffnung auch, dass ihr Gefühl nicht so stimmt, die Hoffnung, dass sie sich wieder zusammen raufen in Anführungsstrichen und jetzt ist es sozusagen ausgesprochen. Das heißt, ich mache mir als Elternteil bewusst, es kann durchaus heftig werden. Mein Kind kann in einen Schockzustand fallen, es kann weinen, es kann wüten, es kann sich in sein Zimmer einschließen, es kann schreien, es kann sich auch zurückziehen. Es ist alles drin. Es kommt total auf das Kind an und damit darf ich rechnen. Und vor allem und Das ist ein großer Punkt zu sagen, ich kann es halten. Ich weiß, wir nehmen dir jetzt so bisschen den Boden unter den Füßen weg und wir fangen dich aber auch auf. Nicht aber, sondern und. Wir halten es. Also wirklich, wir Eltern, wir gehen da gemeinsam hin. Rechnet mit jeder Reaktion. Versucht nicht alles gleich zu lösen und wieder in eine heile Welt zu bringen. Und das ist das Schwierige, sondern genau.

Katja Westerbarkey: diese Gefühle auszuhalten, zu sagen, es, manchmal muss ich auch gar nichts sagen, wenn mein Kind mich aber unter Tränen anschaut und meine Kinder fragen, auch wie geht es jetzt weiter, was passiert, gib deinem Kind Sicherheit, das ist das Wichtigste, wie du sagst Susanne, was geht und was bleibt, gib ihm Sicherheit, wir sind deine Eltern, wir lieben dich über alles und wir sind für dich da, wir sind jetzt kein Paar mehr und wir werden so und so so. weitermachen. Immer in Rücksprache mit dir. Und da kommt es natürlich auch wieder darauf an, wie alt das Kind ist. Wichtig für dich nochmal, wenn... Ja reguliere dich selber. Bereite dich schon mal so darauf vor, du, wenn du selber Herzrasen bekommst, wenn du selber merkst, hu, mein Körper geht auf 100, reguliere dich schon mal. Manchmal reicht der Gedanke an das Gespräch schon, der unser Nervensystem aus den Bahnen bringt. Fang hier schon mal an zu atmen. Fang hier schon mal an. Wirklich.

Susanne Pehse: Mhm.

Katja Westerbarkey: ruhig zu werden. Was du auch tun kannst, ist, überleg dir vielleicht einfach schon mal Antworten auf eventuelle Fragen. Wenn dich dein Kind fragt, hast du mich nicht mehr lieb oder wo werde ich dann wohnen oder was passiert jetzt? Wie geht es weiter? Wo gehe ich zur Schule? Für Kinder gibt es allein der Schulweg. Ändert sich der Schulweg ist für Kinder eine große Veränderung. leg dir hier Antworten zurecht. Und wenn du sie nicht weißt, dann darfst du sagen, ich weiß es im Moment nicht. Wir werden gemeinsam eine Lösung finden, die für dich und für uns in Ordnung ist. Wann es sein wird, ich weiß es nicht. Aber ich sag's dir und wir sind da und wir halten dich. Und ich denke, Susanne, das ist die allerbeste Vorbereitung, mich selbst zu regulieren, mein Kind zu regulieren, mit allem zu rechnen. und dabei stabil zu bleiben und mir selber vorab schon mal meine Gefühle zu akzeptieren und anzunehmen. darf alles sein.

Susanne Pehse: Ja, und weißt du was mir dazu auch noch einfällt aus den Begleitungen meiner Trennungsfamilien, mit denen ich ja dieses Gespräch explizit vorbereite? Eine schöne Übung, die ihr zusammen machen könnt, gemeinsam, ihr müsst eh vorher gemeinsam ins Gespräch gehen, bevor ihr dieses Gespräch führt, das ist das, was ich am Anfang gesagt habe und dann auch wirklich sich gegenseitig mal zu sagen.

Katja Westerbarkey: Weißt du, ich meine?

Susanne Pehse: was ihr euch als Eltern, was ihr aneinander schätzt als Eltern. Also nicht mehr als Paar, sondern wirklich, hey, das schätze ich, wenn du mit unserem Kind, keine Ahnung, zum Fußball gehst oder Hobbys mit dem Kind teilst oder drei Stunden zum Schwimmen gehst oder, oder, keine Ahnung. Also schafft euch etwas, was euch wieder als Eltern verbindet, bestmöglich vor diesem Gespräch. Ich merke, Katja, das meine Eltern, die so vor mir sitzen, auch wieder ein Stückchen weicher werden. Dass Konflikte ein bisschen kleiner werden können und Verbindung dafür wieder bisschen größer werden darf. Und das braucht es letzten Endes in diesem Gespräch, weil wenn ihr merkt, einer kippt vielleicht ein bisschen weg. Ich habe das noch nie anders erlebt, Katja, als in meinen Begleitungen. Es gibt immer einen sehr emotionalen Part und es gibt eher einen ... rationalen Part. Das möchte ich jetzt gar nicht in männlich und weiblich aufdröseln. Aber all diese Seiten, die auch da sein. Natürlich solltest du nicht desaströs in der Ecke liegen, sondern schon da sein für dein Kind, aber auch in dem Augenblick auch deine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Ja, also du darfst ruhig weinen. Ihr müsst da nicht wie der Fels in der Brandung sitzen und denken, Gott, jetzt dürfen wir gar keine Gefühle zeigen, weil wir müssen ja jetzt hier Sicherheit ausstrahlen. Ja, dass zum einen und zum anderen bringt ihr bitte trotzdem das mit, was ihr ohnehin mitbringt. Eure Kinder spüren ja sowieso, Gott, hier sitzen ja wie zwei veränderte Menschen so vor uns. Ja, also die spielen hier, die spielen uns irgendwie was vor. Die haben eine Maske auf dem Gesicht. Also... Schaut da bitte auch, dass ihr wirklich in diesem Gespräch als Eltern auftretet. Und da sind wir schon Katja ja so ein bisschen mit beim bei den nächsten Themen. Da würde ich jetzt mal kurz rein.

Katja Westerbarkey: Lässt du mich noch was einwerfen, wenn wir noch mal zu dem Gespräch vor dem Gespräch gehen? Weil du sagst, es gibt oft einen emotionalen und einen rationalen. Stell ich zum Beispiel immer wieder fest, dass auch immer meine Bindungserfahrung eine Thematik spielt, wie ich aus dieser Paarbeziehung gehen kann. Also kann ich wirklich klar sagen, wir sind kein Paar mehr und es realisieren und es auch leben.

Susanne Pehse: Ja, so kann es.

Katja Westerbarkey: dass ich weiß, wir sind verbunden durch Eltern, aber du bist nicht mehr verantwortlich für Müll rausbringen oder Vorwürfe oder... Das ist Paarebene. Und mir klar machen, da rauszugehen, aus dieser Bindung hinauszugehen. Und wenn ich im Bindungsmuster immer noch ängstlich bin, dann krall ich, dann kann ich schlecht mit den Kindern in ein klares Gespräch gehen. Und mit Sicherheit, glaube ich, meinst du auch, Susanne, ich muss nicht der Fels in der Brandung sein und stark und hart und... sondern in Form der Sicherheit, es ist klar, wir sind Eltern und kein Paar. Es gibt keinen Gefühlsmischmasch, sondern es ist klar getrennt Eltern und das gibt den Kindern auch Sicherheit. Es ist die innere Haltung, die ich meinem Kind widerspiegel. Und es muss nicht dieses Harte sein. Wir wissen alles, wo es langgeht. Ganz im Gegenteil. Und da kommst du wieder dazu. Wir müssen unser Kind mit einbeziehen und eben je nach Alter. Und da wolltest du, glaube ich, auch gerade hinaus.

Susanne Pehse: Hm. Ja, danke für die Ergänzung Katja. Genau. Manchmal höre ich von den Eltern, mein Kind ist ja noch ganz klein, das braucht gar keine Information. Das wird das schon merken. Also natürlich spiegelt das auch wieder die eigene Angst wieder. Aber ja, doch. Natürlich, wenn euer Kind ein Jahr alt ist oder so, dann ist dieses Gespräch obsolet. Aber wenn Kinder drei, vier Jahre alt sind, dann müssen sie informiert werden über die Veränderung, die jetzt ansteht und zwar kurz und Also bitte keine Romane. Kinder können mit Klarheit sehr viel anfangen. Also mit den Worten. Wir haben beschlossen, dass wir uns trennen und so geht es jetzt für uns weiter. So geht es jetzt für uns als Familie weiter. Also wirklich auch bei den Fakten zu bleiben und eben ganz wichtig eben auch dort an der Stelle keine emotionale Entladung. in diesem Gespräch. Also jetzt nicht irgendwie Schuldzuweisungen oder weil Mama hat das so beschlossen oder oder. Und das ist mir noch mal wichtig an der Stelle euch mitzugeben. Ich weiß, dass hier einige dabei sind, die uns zuhören und sagen, Gott, damit kann ich gerade gar nichts anfangen, weil ich wollte ja die Trennung überhaupt nicht. Und jetzt muss ich da sitzen in diesem Gespräch und sagen, wir haben das beschlossen. Ich erinnere mich gerade, Katja, wir hatten das schon mal in einer anderen Folge so bisschen angeschnitten, jetzt wo ich das so erzähle. Aber das ist so wichtig. Und ich erzähle dir auch gleich, warum das so wichtig ist, weil dich das nämlich hin zu deinem Kind bringt und weg so ein Stück von deiner von deiner verletzten Seele. Das heißt, wenn Kinder in diesem Gespräch merken, die Eltern sind sich uneins oder

Katja Westerbarkey: Mhm.

Susanne Pehse: Sie müssen sich entscheiden für einen Elternteil. Vielleicht und Kinder entscheiden sich, wenn sie sich entscheiden, meist für den schwächeren Elternteil. Sie spüren das. Wie sind meine Eltern emotional aufgestellt? Bedeutet das immer? 50 Prozent Mama, 50 Prozent Papa. Das heißt, dieser Angriff, den du dort in diesem Gespräch machst zu dem anderen Elternteil, wo du denkst, das trifft den anderen. Das trifft nicht den anderen, vielleicht auch ein Stück, aber es trifft mehr dein Kind, nämlich den Teil in deinem Kind, der dem anderen Elternteil loyal gegenüber sein möchte. Das heißt, du darfst dir vorstellen, das ist dann wie so ein innerer Kampf in deinem Kind und das möchtest du nicht. Und deswegen sage ich an der Stelle Faust in der Tasche machen, da zu sitzen als Eltern und vielleicht auch noch mag ich dir hier an der Stelle mitgeben, die Trennung kommt ja nicht vom vom Birnenbaum gefallen. Es fällt ja nicht auf einmal runter wie so ein Apfel, sondern die Trennung hat sich ja offensichtlich ein Stück angebahnt und einer spricht es aus. Also einer sagt, okay, ich spreche jetzt mal aus, was hier aus schon so lange in der Luft liegt. Und es reicht mindestens eine Person eben tatsächlich, aus der Paarbeziehung zu lösen. Ich weiß, dass das schmerzlich ist, aber hier kannst du schon mal so ein Stück weit differenzieren zwischen Paar- und Elternbeziehung.

Susanne Pehse: Genau, was ich dir noch mitgeben möchte ist, und jetzt kommen wir, wir denken ja so sehr negativ, ne, also in diesem, wenn wir daran denken, Gott, jetzt müssen wir das Gespräch mit den Kindern führen. Ich möchte dir noch ein paar Perspektivwechsel mitgeben. Dein Kind spürt sowieso schon, wie es um euch steht. Das hatten wir auch schon in einigen Folgen erwähnt. Ich hatte, glaube ich, auch schon mal das Beispiel dieser grauen Wolke mitgegeben, was so über der Familie schwebt. Die Kinder spüren es, niemand spricht es an. Die Kinder denken dann ab einem bestimmten Punkt. Wenn es keiner anspricht, dann muss wohl mein Gefühl nicht stimmen. Und das ist natürlich auch etwas, was wir unseren Kindern nicht mitgeben wollen. Und deswegen sieh dieses Gespräch als Abregnung der grauen Wolke. Endlich wird es ausgesprochen. Endlich wird es gesagt. Und da Katja ja, mag ich dich wieder mit ins Boot holen. Was kann denn dieses Gespräch Positives für die Kinder als auch für die Eltern mit sich bringen?

Katja Westerbarkey: Zum einen, du sagst, ist das nicht das Abregenden der Wolke. Es ist wirklich so natürlich, neben den heftigen Reaktionen, die die Kinder erstmal im Schock haben können, kommt auch eine Art Erleichterung. wie du eben sagtest, sie haben es ja gespürt. Sie haben ja gecheckt, dass was nicht stimmt. Und auch wenn

Susanne Pehse: Verstehen?

Katja Westerbarkey: wenn du zuhörst, auch wenn du sagst, nein, meine Kinder haben nichts mitbekommen, meinen Kindern geht es gut, die haben keine Veränderungen in der Verhaltensweise. Sie spüren jedes Detail. Kinder sind je kleiner, umso mehr sind sie im Gefühl. Da ist Ratio noch nicht so ausgeprägt. Das heißt, da spüren sie noch viel intensiver und können sich gar nicht ausdrücken, weil ihnen oft der Wortschatz oder das verbale Wissen einfach fehlt. Deswegen oft eine Erleichterung. Das ist zum Beispiel zu merken in dem die Kinder wieder freier sind, vielleicht auch wieder freudiger sind, wieder neugieriger sind, mehr lachen, mehr ins Gespräch gehen, vielleicht auch mehr über ihre Gefühle sprechen, was sie eventuell, und da ist jedes Kind unterschiedlich und das ist auch gut so, aber was sie vielleicht so ein bisschen zurückgehalten haben, ihren Eltern eben nicht noch mehr zur Last in Anführungsstrichen zu fallen, weil Kinder auch die Schuld der bei sich suchen. Ja, bin ich schuld, dass die Eltern sich trennen, weil sie streiten sich ja auch manchmal wegen mir, das auch beim Gespräch zu nehmen. Ganz wichtig, es hat 0,0 mit dir zu tun, liebes Kind. Es ist eine Entscheidung von uns Eltern und damit nehme ich dem Kind so viel Verantwortung und lasse es, so wie unser Leitspruch sagt, in der Kindheit. Ja, ich bin verantwortlich dafür und wir haben es jetzt ausgesprochen und für dich darf es. Erleichterung bringen. Für dich darf es eine neue Perspektive bringen. Für dich darf es, wenn wir dann über die Modelle sprechen, vielleicht sogar zwei Zimmer bringen. Du hast überall Spielsachen. Für dich bringt es Eltern, die dich lieben, vorausgesetzt, wir können uns auch auf Elternebene einfach begegnen. Und hier auch nochmal zu sagen, dass Sicherheit im Sinne von Fragen beantworten, authentisch sein. liebevoll sein und ich komme immer wieder zu dem was du aussagst, Susanne, es geht und wenn es super mega schwer ist die Faust zu machen über seinen eigenen Schatten zu springen und zu sagen ja wir haben uns getrennt auch wenn ich es nicht wollte auch wenn ich in meinem inneren Kind ich gefangen bin weil die große Angst verlassen zu werden wahr geworden ist oder ich in irgendeinem Bindungsmuster bin und da muss ich auch deswegen das Gespräch vor dem Gespräch

Susanne Pehse: Hm.

Katja Westerbarkey: ist super wichtig. Und wenn ich dann die Klarheit habe, kann es für die Kinder total erleichternd sein, weil sie sich safe fühlen. Sie haben trotz diesem Gespräch und dieser großen Veränderung einen safe place und zwar bei Mama und bei Papa. Ich hoffe, ich konnte es so ein bisschen näher bringen, weil es ist schwer zu begreifen, dass es für das Kind eine Erleichterung hat, weil wir auch gesellschaftlich oft im Kopf haben, ja es ist ein Versagen, wenn man sich trennt und

Susanne Pehse: Ja.

Katja Westerbarkey: Die Kinder leiden darunter und Trennung ist für jedes Kind total bescheiden und das ist nur schlimm. Da kommt es auch drauf an, aus welcher Partnerschaft komme ich. Wenn ich mir die Frage stelle, will ich, dass mein Kind die Partnerschaft lebt, die ich mit meinem Partner lebe, dann ja, also ist Ansichtssache. Aber aus der Perspektive des Ganzen auch mal zu sehen, dass es für das Kind auch von Vorteil sein kann, wenn wir uns auf Elternebene weiter begegnen.

Susanne Pehse: Ja. Ja.

Katja Westerbarkey: Ja, hoffe wirklich, wir haben das mit dieser Folge wirklich präsent gemacht, dass die Eltern-Ebene super schwer ist, aus Partnerschaft rau, in Eltern-Ebene rein, aber unumgänglich. Für wirklich zu denken, für das Kind. Wir sagen ganz schnell, ja, das machen wir für die Kinder, aber im Grunde machen wir es dann doch ganz oft auch für uns. Wirklich. Und da ist es so wichtig, dass man sich genau eben

Susanne Pehse: Ja.

Katja Westerbarkey: dich Susanne holt als Trennungsbegleiterin oder dass ihr euch eure Bindungsmuster anschaut und mit mir ins Gespräch kommt. Weil das tue ich wirklich aus einer Klarheit heraus und habe ein ganz anderes Standing für mich und für das Kind. Weißt du Trauma entsteht nicht in der Situation, wenn ich den Kindern sage wir trennen uns, sondern Trauma entsteht durch die Trauma Folgen. Wie gehen wir damit Streiten wir uns? Was sind die Folgen?

Susanne Pehse: Mhm.

Katja Westerbarkey: Das bleibt hängen. Nicht der Autounfall. Den kann ich gut verarbeiten, wenn ich gut aufgefangen werde. Die Trennung kann ich gut verarbeiten, wenn ich gut aufgefangen werde. Aber wenn ich das nicht tue und einer in seiner eigenen Verletzung weiterhandelt, und das ist leider ganz oft so der Fall, dann wird es fürs Kind schwierig. Genau, und deswegen ist die Klarheit die größte Erleichterung für dein Kind bei dem Gespräch.

Susanne Pehse: Mh.

Susanne Pehse: Ja, Katja, und danke, dass du das traumasensibel noch mal reingebracht hast. Das ist tatsächlich so, das merke ich auch in meinen Begleitungen. Da sitzen zwar erwachsene Menschen vor mir, aber die sich gerade gegenseitig die inneren Kinder auf den Schoß setzen. Und das dann mal klar zu haben und klar zu machen, hilft auch in dem Moment ganz vielen Eltern. Also wenn sie sich mit dieser Thematik schon ein bisschen beschäftigt haben, auf jeden Fall, dann Ich auch immer aufpassen in meinen Begleitungen, weil nicht jeder Mensch sich schon beschäftigt mit den inneren Kindern. Was macht das mit mir? Bin ich selber Scheidungskind? Wie sind meine Eltern damit umgegangen? Hier darf ich mir auch vorher die Frage stellen, was hätte ich mir als Kind gewünscht? Wenn ich eine desaströse Scheidung meiner Eltern erlebt habe, was hätte ich mir anders gewünscht? Und mit dieser Frage auch jetzt eben in die Zukunft zu gehen. Wie möchte ich mein Kind begleiten? Und da ist es unabdingbar. seine Kindheit ein Stück aufzuarbeiten. Und es ist gleichzeitig Katja ein großer Schatz. Ich sag ja immer Trennung ist eine Schatzkiste. Sie öffnet sich. Du denkst vielleicht erst mal, Gott, hier nur Sand irgendwie drin oder Schlamm. Aber wenn du dich einmal dadurch gewühlt hast, dann findest du den Schatz in deiner Trennung. Davon bist du jetzt vielleicht noch weit weg und weit entfernt in dieser Folge noch nicht. Aber wir stehen ja auch dafür, Katja, dass wir eine Perspektive, auch immer wieder zu Perspektivwechseln anregen. Und das möchte ich hiermit. Und ich möchte noch sagen, dass Klarheit für alle Seiten so viel besser ist als Unklarheit. Gerade kleinere Kinder haben eine so eine krasse Fantasie. Also was ihr als Eltern nicht aufklärt, klärt das Kind für sich. Es versucht sich dann in seinem kindlichen Dasein Sicherheit selbst zu geben. Und das wird sozusagen durch diese Fantasie dann aufgefüllt. Also ihr müsst euch vorstellen, wie so ein Topf und je mehr Klarheit ihr in diesen Topf hineinpackt, umso besser ist das für euer Kind. Je weniger Klarheit, umso mehr wird euer Kind das mit seiner Fantasie auffüllen, diesen Topf. Und dann kommt es auch noch drauf an, wie alt ist mein Kind? Also als Jugendlicher habe ich ein ganz anderes Standing, auch ein ganz anderes Verständnis zu einer

Susanne Pehse: Was ist eine Paarbeziehung überhaupt? Als wenn ich meinem 3-4 Jahre alten Kind erkläre, haben unsere Paarbeziehung beendet, das ist etwas, das könnt ihr in dem Falle weglassen, weil euer Kind sieht euch sowieso in so einer Triangelfunktion. Es ist so verbunden mit euch, dass es überhaupt gar nicht weiß, was meinen denn meine Eltern eigentlich damit? Da braucht es, und das würde jetzt zu weit gehen in diesem Podcast, es braucht ganz unterschiedliche Herangehensweisen.

Katja Westerbarkey: Mhm.

Susanne Pehse: Wie erkläre ich einem Kind mit 3, 4 Jahren die Trennung und wie erzähle ich das einem Jugendlichen? Und deswegen komme ich immer wieder zu meiner Expertise auch als Trennungsbegleiterin. Deswegen bin ich davon auch so begeistert, dass Menschen zu mir kommen, die eben sagen, hey, wir wollen uns da drin begleiten lassen, weil wir eben über niemanden, über keine Familie eine Glocke stülpen können und sagen können, und so macht ihr es jetzt. Ja, das passt jetzt für alle. Und das gilt nicht nur für das Gespräch, sondern das geht ja auch für die verschiedenen Umgangsmodelle, die wir noch beleuchten. Also, deswegen lasst uns weggehen von diesem Einheitsbrei hinein zu einer ganz individuellen Begleitung und Betreuung letzten Endes, gerade im ersten Jahr der Trennung. Und ich möchte Katja noch zum Schluss unseren Zuhörerinnen und Zuhörer noch fünf Leitfragen für das Gespräch mitgeben. Ganz klar, wer sagt es, ist für mich ganz klar zusammen. Also nicht alleine, auch wenn jemand sagt, du, ich will da nicht und du hast dich ja dafür entschieden, mach das mal alleine. Bitte nicht, euer Kind braucht zwei erwachsene Personen vor sich sitzen, weil Kinder machen sich auch immer Gedanken, wo ist denn jetzt der andere? Ist der jetzt schon weg? Ist der vielleicht schon ausgezogen? Sehe ich den jemals wieder? Also zwei erwachsene Menschen, zwei Eltern vor mir sitzend. Wann sagen wir es? Den richtigen Zeitpunkt. Da mag ich dir kurz mitgeben. Ein Samstag ist perfekt. Wo sagen wir es? Bitte nicht im Kinderzimmer der Kinder. Nicht, dass ihr denkt, wir sind gerade so schön am spielen. Da können wir es gleich direkt hier sagen, weil das ist Rückzugsort für die Kids. Wie sagen wir es? Die richtigen und wichtigen Worte. Und vor allen Dingen, was sagen wir und was sagen wir auch bewusst nicht? Und da sind wir ja jetzt hier auch schon ein Stück weit darauf eingegangen, Katja, was eben wichtig ist und was eben nicht dazu führt, dass ihr den Kindern, und ich wiederhole es gerne nochmal, Sicherheit gebt, Orientierung, Struktur, Verbindung, Verlässlichkeit.

Katja Westerbarkey: So, lasst uns nochmal, lass uns einmal nochmal review passieren, was wir in der Folge denn alles so erarbeitet haben. Ist das okay für dich? Darf ich? Ja, okay. Also zum einen, dieses Gespräch, was ihr mit den Kindern führt, beziehungsweise das Gespräch vor dem Gespräch, ist das wichtigste Gespräch. Seid in Klarheit. Das Gespräch, den Kindern mitzuteilen, ist ein absoluter Meilenstein und

Susanne Pehse: Ja, gerne.

Katja Westerbarkey: Dann geht ihr einen Schritt weiter. Es ist, und das ist wichtig zu wissen, ein Prozess. Ein Heilungs- und Entwicklungsprozess. Es sortiert sich vieles neu. Wir laden dich von Herzen ein, dass du dich wirklich bewusst auf dieses Gespräch vorbereitest. Da gehört die Klarheit mit dem anderen Elternteil einfach dazu. Und dir auch nochmal ans Herz legen, wir haben es jetzt auch schon erwähnt, aber hol dir Unterstützung. Wenn du nicht aus dem inneren Kind rauskommst, wenn du in deinem Bindungsmuster hängen bleibst, wenn du dich an deinen Partner krallst wenn du dich nicht lösen kannst, wenn du in die absolute Resignation gehst, dann bitte kontaktiere mich. Dafür bin ich deine absolut richtige Person, dich darin zu unterstützen. Und zeitgleich darfst du dir Unterstützung von der Susanne holen und in die wunderschöne Trennungsbegleitung gehen. Damit, Susi, und jetzt sag ich, gebe ich an dich weiter, damit du unseren schönen Abschlusssatz noch sagen kannst. Damit ich wirklich die Kinder von ganzem Herzen

Susanne Pehse: Ja.

Susanne Pehse: Ja, damit... Ich mache gleich unseren Satz, Katja. Das mache ich gleich. Aber weißt du, mir wird gerade so bewusst, wie wichtig wirklich dieses erste Jahr der Trennung ist. Und wie wichtig das ist, sich genau darüber im Klaren zu werden, was es für verschiedene Trennungsphasen gibt, was es für verschiedene Modelle gibt. Und warum es so wichtig ist. dieses Gespräch gut zu führen mit den Kindern, ist mir gerade nochmal, ich habe hier so dagesessen und habe gedacht, ja krass, also was wir da auch für eine Botschaft in die Welt hinaustragen, wie wichtig das tatsächlich ist und das möchte ich dir hier an der Stelle noch dalassen und bin gerade sehr erfüllt Katja, dass wir das auch tun. Das wir es einfach, dass wir das tun und dass wir es tun können, also dass wir dich hier auch hoffentlich gut unterstützen können. Alles, unser gesamtes Tun von Katja und mir soll dazu führen, dass dein Kind später einmal sagt, ich hatte eine schöne Kindheit trotz der Trennung meiner Eltern. Damit schließen wir jetzt diese Folge und sagen dir bis bald!

Katja Westerbarkey: bald. Vielen lieben Dank fürs Zuhören. Tschüss.

Susanne Pehse: Tschüss!

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