Kontaktabbruch nach Trennungen – warum die Lösung nicht bei deinem Kind beginnt.

Shownotes

Was ist das für ein Gefühl, wenn das eigene Kind nach der Trennung den Kontakt abbricht? Wenn Nachrichten unbeantwortet bleiben, Nähe verschwindet und Eltern nur noch aus der Ferne hoffen?

In dieser Sonderfolge von Starke Trennungskinder spricht meine Kundin Svenja offen und ehrlich über genau diesen Punkt. Nach der Trennung hatte ihre Tochter den Kontakt zu ihr abgebrochen. Die gemeinsame Verbindung schrumpfte auf eine stille WhatsApp-Gruppe und auf die Frage, ob es jemals wieder Nähe geben würde.

Im Gespräch wird schnell klar: In unserer Zusammenarbeit ging es nicht darum, die Tochter zu verändern oder zu überzeugen. Es ging um Svenja. Um alte Muster, innere Antreiber, ungelöste Themen aus ihrer Herkunftsfamilie und um die Frage, was Loslassen wirklich bedeutet, ohne die Beziehung aufzugeben.

Svenja erzählt, was sich für sie innerlich verändert hat, warum genau das der Wendepunkt war und wie heute wieder Kontakt, schöne Begegnungen und eine wertschätzende Beziehung zu ihrer Tochter möglich sind.

Diese Folge richtet sich an – Eltern, die gerade einen Kontaktabbruch erleben – Eltern, bei denen die Beziehung zum Kind brüchig oder angespannt ist – Eltern, die spüren, dass sie selbst etwas verändern müssen, auch wenn das unbequem ist

Wenn dich diese Folge bewegt und du merkst, dass du Unterstützung brauchst, dann begleite ich dich gern auf deinem Weg. https://www.trennungsbegleiterin.de/termine

Deine Susanne.

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Susanne Pehse: Hallo und schön, dass du heute dabei bist. Heute darf ich dir eine ganz besondere Frau vorstellen, die eine sehr bewegende Geschichte mitbringt. Svenja kam damals zu mir in einer Situation, die für viele Eltern kaum auszuhalten ist. Nach der Trennung hatte ihre Tochter den Kontakt zu ihr abgebrochen. Plötzlich war da Stille. Keine Nähe mehr, kein Gespräch. nur noch eine gemeinsame WhatsApp-Familiengruppe und selbst dort wurde es immer leiser. Und gleichzeitig war da dieser tiefe Wunsch, jede Mama kennt und auch jeder Papa letzten Endes, wieder in Verbindung mit dem eigenen Kind zu sein, wieder gesehen zu werden, wieder Teil des Lebens des eigenen Kindes sein zu dürfen. Und genau an diesem Punkt sind wir beide uns begegnet und Svenja hat sich entschieden, sich Unterstützung von mir an die Seite zu holen. Und heute, ein paar Monate später, sieht die Situation ganz anders aus. Der Kontakt zur Tochter ist nämlich wieder da. Was vorher unmöglich schien, ist Wirklichkeit geworden. Und in unserem Gespräch heute erzählt Svenja, wie sie diesen Weg gegangen ist, was sie selbst verändert hat, welche inneren Prozesse sie durchlaufen hat und was sie in unserer gemeinsamen Arbeit dazugelernt hat. Und wenn du gerade selbst in einer Situation bist, in der der Kontakt zu deinem Kind vielleicht schwierig ist oder vielleicht sogar ganz abgebrochen, dann wird dich dieses Gespräch mit Svenja berühren und vor allem ermutigen. Und jetzt wünsche ich dir ganz viel Inspiration und Mut beim Zuhören. Bevor wir starten, Svenja, vielen vielen Dank, dass du heute da bist. Es ist mir eine besondere Ehre, denn es ist ein sehr vulnerables und sensibles Thema, was du mitbringst. Und dass du bereit bist, deine Geschichte zu teilen, weil ich glaube, dass mit dem Teilen deiner Geschichte andere wirklich berührt werden und vor allen Dingen Hoffnung schöpfen, die in einer ähnlichen Situation sind, wie du es damals warst. Und deswegen lass uns doch direkt einsteigen. Und zwar mit dem Moment, wo wirklich alles letzten Endes so

Susanne Pehse: wie der Boden unter den Füßen weggerissen wird. Svenja, in welcher Situation warst du damals, als du dich entschieden hast, ich brauche Unterstützung, ich schaffe das hier nicht mehr alleine?

Svenja Ullrich: Also, hatte mich... Wir haben uns einvernehmlich getrennt, mein Mann und ich, aber ich bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, Maxine. Schon passiert. Entschuldigung. Pause!

Susanne Pehse: Genau. Du fängst da wieder ein, wenn du sagst, kein Problem, ich bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen.

Svenja Ullrich: Boah, zu irgendeinem Jahr.

Svenja Ullrich: Ich bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und der Lebensmittelpunkt meiner Tochter war weiterhin bei meinem Mann, obwohl ich für sie hier eine Infrastruktur geschaffen habe, so dass sie sich in beiden Wohnungen hätte bewegen können. Und ich merkte... nach der Trennung, dass wir die Kommunikation vernachlässigt haben, dass wir nicht gut miteinander kommuniziert haben zu allem, was passiert ist und die Besuche irgendwie ein bisschen erzwungen und künstlich erschienen und das gipfelte dann darin, dass mein Mann mir eröffnete dass sie mich nicht mehr sehen möchte und den Kontakt bis auf weiteres abbrechen möchte. Da hatte ich einen absoluten Tiefpunkt erreicht und war wirklich wahnsinnig verzweifelt. Und bin über eine Freundin auf die Idee gekommen, mir Unterstützung zu holen und habe die Agentur angeschrieben, für die du mit tätig bist und du wurdest mir zugelost und... Das erste Kennenlerngespräch fühlte sich so gut an. Und obwohl ich ein sehr kontrollierter Mensch bin, habe ich einfach die Entscheidung getroffen, dir virtuell das Vertrauen zu schenken und mich von dir begleiten zu lassen. Das war für mich die einzige Möglichkeit, mit dieser Situation klarzukommen.

Susanne Pehse: Ja, und ich kann mich noch gut an unseren ersten Moment auch erinnern Svenja, weil da saß mir tatsächlich eine Frau entgegen, wo ich dachte, ja, also ich hoffe, dass sie sich von mir begleiten lässt, weil ich habe in dir diese Traurigkeit letzten Endes gesehen und auch diesen, jetzt komme ich nicht aufs Wort.

Susanne Pehse: dass du nicht mehr weiter wusstest. Auch die Ohnmacht habe Endes gespürt. wusstest nicht mehr, in deiner Welt hattest du ja alles getan.

Svenja Ullrich: Ja.

Svenja Ullrich: Mhm.

Susanne Pehse: Und deswegen fand ich diesen Schritt so besonders mutig von dir wirklich zu sagen, okay, und jetzt brauche ich jemanden, der von außen draufschaut. Weil da kann natürlich auch alles passieren. Und da werden natürlich auch eigene Muster, eigene Wunden, eigene Ängste offen gelegt. Und dem muss man sich halt stellen. Und das hast du mit Bravour gemacht. von von Termin zu Termin. Ich habe dich noch so in Erinnerung als sehr reflektierter Mensch. Und auch die liebevollen Aufgaben, die ich dir gestellt habe, hast du gemacht. Und weil du es gerade sagst, dass du normalerweise ein sehr kontrollierter Mensch bist. Ich glaube, deswegen hat das auch gut gepasst, weil ich in deinem Moment so ein Stück Gefühl dir auch, glaube ich, entgegenbringen konnte. Ja, und dass du auch wieder ins Fühlen kommst. Und jetzt Svenja ja, wusstest du ja nicht, ob sich der Kontakt zu deiner Tochter wirklich herstellen lässt. Was hat dir denn trotzdem die Sicherheit gegeben, diesen Schritt mit mir zu gehen?

Svenja Ullrich: Das waren die neuen Ansätze zu sagen, vertrauen und loslassen. Ich glaube, das war so ein Kerngedanke, der mir fremd ist. Damit tue ich mich grundsätzlich schwer. Aber wirklich dieses Vertrauen und Loslassen und auch ... den Zusammenhang mit einem großen Ganzen zu schaffen. Also es ist nicht das Kernproblem. Und am Ende waren auch viele Coachingtermine nicht auf meine Tochter fokussiert, sondern auf mich. Also wo komme ich her? Was sind meine Antreiber? Wie gebe ich mich? Wie gehe ich mit kritischen Situationen Also am Ende war ja gar nicht sie. immer Gegenstand des Coachings, sondern ich. anders als gedacht. Man dachte, alles bezieht sich jetzt nur auf diese Beziehung, aber es war ja ganz anders dann.

Susanne Pehse: Ja, und das ist schön, dass du das mit reinbringst, Svenja. Genau jetzt erinnere ich mich. Und so sind ja auch meine Unterstützungen immer aufgebaut. Es geht ja immer selbst, letzten Endes. Es geht mein Verhalten. gerade beim Thema Kontaktabbruch ist es häufig so, dass

Svenja Ullrich: Ja.

Susanne Pehse: Wenn das Kind sagt, bis hier hin und nicht weit, dann haben wir Eltern ganz häufig dieses Gefühl des Kontrollverlustes. Also was mache ich? Ich gehe hinterher. Ich muss jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, dass wir in Kontakt bleiben. Und ganz oft ist es dann so, dass so ein Druck

Svenja Ullrich: Genau.

Susanne Pehse: gefühlt wird auf der anderen Seite und eine Ohnmacht wiederum auf deiner Seite, das sind einfach, dass man dann wirklich loslassen darf in dem Moment und wieder zu sich zurückkehren muss.

Svenja Ullrich: Ja. Ja. Also... Absolut und das auch mit ganz verschiedenen Techniken und Ansätzen, also eben von Antreibertests, die sicherlich der Transaktionsanalyse entnommen sind über eine virtuelle Familienaufstellung, auch ganz neue Dinge, die ich bis dahin noch nicht kannte. Aber das war so vertrauensvoll mit dir, dass ich den Weg auch gehen konnte gemeinsam mit dir.

Susanne Pehse: Das ist das Schöne, dass du dich darauf eingelassen hast, weil du hast es gerade schon gesagt, das Thema Familienaufstellung, das habe ich bei dir schon ganz am Anfang gesehen und habe gedacht, das muss ich mit Svenja unbedingt machen, weil ich immer sage, wenn wir in unserer Herkunftsfamilie nicht ... Ich benenne es jetzt mal so aufgeräumt dastehen. Also wenn nicht jeder seine Position eingenommen hat, dann agiere ich in meiner Gegenwart Familie nicht geordnet. Also deswegen ist es ebenso wichtig, erst mal den eigenen Keller sozusagen aufzuräumen und dann in der Gegenwart Familie zu schauen, weil ich alte Muster, die ich erlernt habe, die mich geprägt haben, die werde ich immer mit in meine Gegenwart Familie nehmen. Und dort agiere ich dann so, wie ich es gewohnt bin und da kann niemand einem einen Vorwurf machen, denn ein System kann sich nicht von innen heraus selbst erkennen. Immer wenn es Probleme oder Herausforderungen in der Familie gibt, muss es jemanden dritten geben, der das gut macht, die Draufsicht zu haben. Denn Probleme innerhalb der Familie lassen sich durch die Familienmitglieder ganz schwer selbst bewältigen. Deswegen ist es eben so so schön, wenn Menschen wie du Svenja zu mir kommen und sich dort wirklich auch auf diesen Prozess einlassen. Und den hatten wir ja. Das war ja nicht mit zwei, dreimal geschehen, sondern da braucht es ja tatsächlich auch ein paar mehr. paar mehr Termine, dass wir dann auch zum Kern sozusagen gekommen sind. Svenja, jetzt mag ich dich fragen, was glaubst du war der entscheidende Punkt, der dazu geführt hat, dass deine Tochter wieder auf dich zugekommen ist? Denn das ist ja das Spannende auch so Stück weit gewesen, dass deine Tochter ja wieder auf dich zugekommen ist, nachdem du losgelassen hast.

Svenja Ullrich: Mh.

Svenja Ullrich: Ja, das stimmt. Also du sprichst was ganz Gutes an, auch diese Geduld zu haben. Es gibt keine Timeline, es gibt keinen Zeitpunkt, bei dem sich das alles auflösen kann, sondern man muss dem die Zeit schenken, die es braucht. Und ich glaube, genau das war es, was am Ende wieder zu unserem Kontakt geführt hat. Also auch das wirklich zu akzeptieren. dass diese Kontaktstille uns helfen könnte, unsere Beziehung auf eine ganz andere Ebene zu heben. Das war mir auch das Wichtigste. Also jetzt nicht nur Kontakt zu haben, sondern eben einen qualitativen Kontakt, wirklich einen liebevollen Kontakt, also einen Kontakt, der auch unsere gemeinsame Zukunft prägt. Da zu sein, wenn sie mich braucht. Ich kann sagen, ich war wahnsinnig aufgeregt bei unseren ersten Treffen. Aber auch das war schön, einfach sagen zu können. Nicht die zu sein, die immer weiß, wo es langgeht und wie man was macht, sondern wirklich auch mit meiner eigenen Aufregung. zu einem gemeinsamen Termin zu gehen und und erst einmal zu gucken, was passiert. Ich konnte das ja auch nicht kontrollieren, wie dieser Termin abläuft. Ja.

Susanne Pehse: Ja, und ich erinnere mich noch gut Svenja, wir haben ja die Termine auch teilweise miteinander vorbereitet und du sagst gerade was so wichtiges, was ich glaube ich für alle die Zuschauer oder Zuhören so wichtig finde. Kontrolle loslassen, zuhören, Geduld haben und sich darauf einlassen auf das Gegenüber und nicht mit vorgefertigten Dingen mit Erwartungen hinzugehen, sondern wirklich zu sagen, ich lasse jetzt los und ich lasse sie mal auf mich zukommen. Ich glaube, dass das tatsächlich der Kern vielleicht sogar in jeder Beziehung ist, aber vor allem gerade in der Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Beziehung zu sagen, ich bin hier, ich bin präsent, ich stärke dir den Rücken.

Svenja Ullrich: Mhm.

Susanne Pehse: Man kann sagen, deine Tochter war ja zu dem Moment fast volljährig. Und gleichzeitig stelle ich mich nicht vor dich hin, sodass du mich immer anschauen musst und jetzt meine Themen klären musst. Sondern ich stelle mich hinter dich. Und du darfst dich umdrehen zu mir. Aber wichtig ist für mich, ich stehe hinter dir, ich stärke dir den Rücken, damit du den Blick für dein eigenes Leben frei hast. Und ich glaube, das war dann auch so der Punkt, wo sie gemerkt hat, hey, meine Mama verhält sich anders.

Svenja Ullrich: Ja, ich hoffe. Das frage ich sie gerne. Aber ja, genau. Ich denke schon. Ja, es ist schönste Geschenk war, als ich zu unserem ersten Treffen ging und fragte, ob es denn vielleicht auch einen Anlass dafür gibt. Und sie sagte: "einfach so", das war das Tollste.

Susanne Pehse: Offensichtlich. Mhm.

Susanne Pehse: Ja, ich kann mich noch gut erinnern, wo du mir geschrieben hast, meine Tochter hat sich bei mir gemeldet. Jawoll. Und was mache ich denn jetzt? Ja, genau. Also wieder aus dieser Ohnmacht in die Handlung zu kommen.

Svenja Ullrich: Ja.

Susanne Pehse: wirklich diesen Kern zu nehmen, auch für dich da draußen, der du uns jetzt zuhörst. Es geht immer um dich. Es geht ganz selten um das Verhalten des anderen, weil das können wir nicht beeinflussen, sondern es geht wirklich darum, was bringe ich mit in diese Beziehung und was stärkt und nährt diese Beziehung und was schwächt sie eher und was schwächt vielleicht auch die Beziehung zu mir selbst. Also das heißt, erstmal ist es wichtig, wieder Verbindung zu sich selbst aufzunehmen, die man da häufig verloren hat, weil der Fokus geht doch komplett auf die Situation. Wenn ich mir das vorstelle, wie so ein Akku, musst du, Svenja ja völlig leer gewesen sein, weil du dich ja voll darauf konzentriert hast, wie kann ich das jetzt wieder herstellen. Da sind ja so viele Ängste am Start, so viele Unsicherheiten und die spürt natürlich auch deine Tochter und denkt sich, Gott, bloß weg damit. Das ist doch, das gehört doch gar nicht zu mir. Und so geradet ihr sozusagen in einen Kreislauf und nachdem du dir selbst wieder Sicherheit schenken konntest.

Svenja Ullrich: Ja.

Susanne Pehse: Was sind meine Bedürfnisse in meinem Leben? Was möchte ich mir noch erfüllen? Wie kann ich mich mehr auf mich konzentrieren? Geht dieser Spot, dieser Lichtstrahl, diese Baustellenbeleuchtung, will ich sie mal nennen, von deiner Tochter weg, hin zu dir und dann wird das Licht auch wieder sanfter, wenn man sich es gut teilen kann.

Svenja Ullrich: Ja.

Svenja Ullrich: Ja.

Svenja Ullrich: Ja.

Susanne Pehse: Genau das ist passiert. Der Druck ist abgefallen und damit konnte deine Tochter wieder auch Schritte auf dich zugehen. Svenja, magst du da nochmal erzählen, wie sahen denn diese nächsten Schritte dann aus?

Svenja Ullrich: Ja, also wir haben uns in unregelmäßigen Abständen getroffen und auch eine Kommunikation per WhatsApp wurde normaler, also wurde einfach schön, also unbeschwert. ja, man kann was appen und... Also jetzt sind keine Romane, da zurückkommen, aber die Antworten sind wirklich... Also auf Augenhöhe, nett, nicht genervt oder sowas. Und das ist für mich einfach ein superschönes Gefühl. meine, kam ja auch viele Dinge zusammen. Also einerseits die Trennung, also eben alleine zu leben und dann ... auch die Volljährigkeit des Kindes zu erleben, das ist ja auch noch mal eine Phase des Loslassens. ja, ist auch dieses, man gewinnt den Kontakt zurück und gleichzeitig muss man erneut loslassen, weil natürlich jetzt ihr neues und spannendes Leben anfängt mit ihren eigenen Projekten. Aber dann auch dieses, da dieses Gefühl zu haben, dass die Verbindung steht.

Susanne Pehse: Ja, und ich kann mich noch gut erinnern, Svenja, als du mir mal ein Bild gezeigt hast vom Abiball. Und das war ja auch mit dem Grund, wo sie erst gesagt hat, Mama, da möchte ich nicht, dass du mit hingehst. Und dann standest du da mit auch mit deinem Ex-Partner. Sie standet quasi als getrennte Familie da. Und da habe ich gesehen, die Mama ist stolz auf jeden Fall, dass sie damit dabei sein durfte und das miterleben kann.

Svenja Ullrich: Ja, das war wirklich auch ein Meilenstein. ist ja auch was ganz Besonderes in ihrem Leben und daran teilhaben zu dürfen. ja, das war einfach schön. Und für uns schön. Nicht für die Außenwelt, sondern für uns. Also, ist mir auch wichtig. Ich habe auch dieses Schamgefühl erlebt. In der Außenwelt, Freundinnen haben ...

Susanne Pehse: Mhm.

Svenja Ullrich: tolle Familien, schöne Familienverbünde und man kommt sich wirklich wie so ein Alien vor. Wenn einem sowas passiert, wenn man drüber spricht, erkennt man, es gibt Menschen, die haben das gleiche Problem und denen geht es auch ganz furchtbar. immer mehr. Da ist man gar nicht alleine unterwegs. Auch das hilft zu erkennen. Also man ist jetzt nicht... ja. Abartig, also wenn einem sowas passiert.

Susanne Pehse: Ja, und Svenja, da schließt sich gleich eine Frage bei mir an. Ich nehme an, dass uns heute viele Menschen zuhören, die in einer ähnlichen Situation sind. Und du hast gerade was Schönes gesagt. Was würdest du denn den Menschen raten, die in so einer Situation sind, wie du damals warst?

Svenja Ullrich: Ja, also tatsächlich sich Hilfe zu holen. Also natürlich habe ich auch ein Umfeld und habe Freundinnen, aber jeder kann auch nur aus seiner eigenen Schublade Ratschläge geben, die dann gut gemeint sind, aber eben auch nicht zielführend. Es braucht jemand, der das für einen sortiert, strukturiert, ordnet. Impulse gibt, also jemanden, der auch geschult ist in solchen Dingen. das würde ich wirklich, ich hätte mir gewünscht, ich hätte früher gewusst, dass man sich solche Hilfe holen kann und wäre zu einem ganz anderen Zeitpunkt eingestiegen und hätte mir bevor das eskaliert gerne eine Hilfe geholt. Also das wäre mein Ratschlag, sich rechtzeitig darum zu kümmern. Ich habe auch in einem der Podcasts gelesen oder gehört. Man gibt Unmengen von Geld aus für die tollsten Kinderwagen und Maxikosis und ich weiß nicht was alles, also wir natürlich auch. Aber da wäre das sinnvoll investiert gewesen, eine Hilfestellung zu bekommen. Man denkt, man kriegt es hin und man macht es auch mit bestem Wissen und Gewissen und mein Partner und ich denke, ich habe auch tolle Ansätze gefunden, damit umzugehen. Das war wirklich... sehr fair, sehr auf Augenhöhe. Wir waren ein gutes Team, aber wir haben oder ich habe irgendwie meine Tochter vergessen bei der ganzen Lösungsorientiertheit.

Susanne Pehse: Und jetzt hast du sie wieder gefunden, nämlich eure Beziehung. Und Svenja, magst du noch teilen, wie eure Beziehung heute aussieht und wie ihr auch diese Veränderung lebt? Du hast das vorhin so schön beschrieben. Bei einer Trennung per se müssen wir unsere Kinder sowieso schon so ein Stück weit mehr loslassen. Dann, wenn Kinder in einem Alter sind, wo sie sich aus diesem Wirkungskreis von uns sowieso verabschieden, wo sie in einen eigenen Angelegenheitskreis gehen, mit spätestens 18 sowieso. Und dann noch diese besondere Situation dazu. Also, wie erlebst du heute eure Beziehung?

Svenja Ullrich: Mhm.

Svenja Ullrich: wesentlich entspannter, also ohne viel nachdenken zu müssen, wie mache ich es jetzt richtig und wie bewege ich mich, ich würde sagen immer noch mit einer Vorsicht, aber die Vorsicht würde ich eher einer Achtsamkeit zuschreiben, also wirklich sich lieber qualitativ zu treffen. Rücksicht zu nehmen auf den Rhythmus des anderen. ja, meine Spezialität ist sofort 1000 Fragen zu stellen und sich damit mal zurückzuhalten. Die Antworten kommen irgendwann sicherlich. Und das ist noch ein Weg, denke ich. Das ist noch ein Weg. des gemeinsamen Wiederfindens, aber der, ich denke wir haben einen sehr soliden Grundstein gelegt dafür, unbeschwerter miteinander umzugehen und also wirklich, ist mein größter Wunsch, dass es einfach Spaß macht, sich zu sehen und dass das keine, na, wie soll man das sagen? keine Anstrengung ist, keine Pflicht, also dass die Pflicht wegfällt. Das erlebe ich selber als, ich bin auch Kind geschiedener Eltern und da war so viel mit Pflicht verbunden und das würde ich ihr wirklich gerne ersparen.

Susanne Pehse: Ja.

Susanne Pehse: Und das ist eben der große Vorteil auch in unserer Zusammenarbeit gewesen, weil wir eben in deine Vergangenheit geschaut haben, da den Keller aufgeräumt haben und du gesehen hast, da habe ich einige Dinge erlebt, die ich jetzt selber in die Beziehung mit hineingetragen habe.

Svenja Ullrich: Mmh.

Susanne Pehse: Wir kennen den Ausspruch, ich will alles anders machen als meine Eltern. möchte mich... Dann erwischen wir uns bei so vielen Momenten, wo wir sagen, jetzt bin ich wie meine Mama oder wie mein Papa. Das kann durchaus positive Wirkungen haben, aber es bringt manchmal etwas mit, was weniger positiv ist.

Svenja Ullrich: Mhm. Ja.

Svenja Ullrich: Hm.

Susanne Pehse: und da hinzuschauen und wirklich kann das nur noch mal wiederholen und mich für deinen Mut bedanken, Svenja. Ganz nebenbei, dass du wahrscheinlich auch eine großartige Tochter hast, die ja sich auch darauf eingelassen hat. also dazu gehören ja trotzdem noch zwei Menschen, in diesen Prozess wirklich zu gehen. Und es bedeutet auch zweimal ein Ja zu sagen zu einer Beziehung, die ich wieder aufbauen möchte oder erhalten möchte. Und das habt ihr

Svenja Ullrich: Mhm. Mhm.

Susanne Pehse: beide getan. Und letzten Endes war ich die Person, die dich zwar begleitet hat, aber Svenja, du warst die, die es umgesetzt hat. Und da kannst du dir wirklich noch mal auf die Schulter klopfen, das hast du echt, echt wunderbar gemacht.

Svenja Ullrich: Vielen Dank! Ja, gehen!

Susanne Pehse: Svenja, würde jetzt gerne zum Abschluss kommen. Hast du noch etwas, einen Gedanken, wo du sagst, auch den würde ich jetzt ganz gerne noch loswerden irgendwie zum Schluss?

Svenja Ullrich: Ja, also ich kann auch nur sagen, sich darauf einlassen, auch mal ungewöhnliche Ansätze ausprobieren und auf seine innere Stimme hören. wenn das Vertrauensverhältnis da ist, sich dann... zu trauen und auch daran weiter zu arbeiten. Also nicht nur für die Phase der Begleitung, sondern auch danach. Und ich kann wirklich sagen, ich bin in meinem Job schon sehr oft gecoacht worden. Aber wie oft geht man mit tollen Handouts und nach einer guten Zeit aus einem Training und das landet in der Schublade und nie wieder dran gedacht. Und dieses Coaching war für mich so bewegend, dass ich mich an so viel erinnere. kann und mir so viel präsent ist, ich in einer Situation hänge. Ich kann es abrufen sozusagen. Und das ist dein Stil, der einfach toll ist.

Susanne Pehse: Vielen Dank, Svenja. Jetzt bin ich aber ganz gerührt.

Svenja Ullrich: Hahaha!

Susanne Pehse: schön. Svenja, vielen Dank für deine offenen Worte, deine ganz persönliche Geschichte und ich wünsche dir und deiner Tochter alles, alles Gute und euch da draußen auch alles Gute, wenn du gerade in der Situation bist. Scheue dich nicht, dich bei mir zu melden und den Weg, wie Svenja gegangen ist, auch zu gehen. Und damit verabschiede ich mich. von dir Svenja und von euch da draußen. Vielen Dank! Tschüss und ciao ciao!

Svenja Ullrich: Tschüss!

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