Überrascht verlassen und trotzdem Team Kind geblieben. Wie? Hör rein.
Shownotes
In dieser Special-Folge spreche ich mit Dajana.
Dajana und ihren Ex-Partner habe ich von Beginn an durch ihre Trennung über anderthalb Jahre begleitet. Die beiden haben zwei Kinder, vier und sieben Jahre alt. Eine Trennung, die für Dajana überraschend kam. Und ein Prozess, der emotional, herausfordernd und gleichzeitig wachstumsstark war.
**Wir sprechen über:
• wie sich der Anfang der Trennung angefühlt hat, wenn man selbst nicht die Person ist, die geht • warum gerade in der Ohnmachtsphase die größte Gefahr für die Elternbeziehung liegt • was konkret geholfen hat, immer wieder „Team Kind“ zu bleiben • welche Momente fast gekippt wären – und was sie stabilisiert hat • was sich durch die Begleitung wirklich verändert hat • wie ihre Kinder diese Anfangszeit erlebt und wie beide Eltern sie unterstützt haben**
Diese Folge ist ein ehrlicher Erfahrungsbericht aus einer echten Begleitung.
Du bekommst Einblicke in die Dynamik von Trennungsprozessen, in emotionalen Ausnahmesituationen und in die Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen, statt gegeneinander zu kämpfen.
Wenn ihr gerade getrennt seid und nicht wisst, wo oben und unten ist, wenn ihr merkt, dass euch die Emotionen überrollen oder ihr Angst habt, was die Trennung mit euren Kindern macht, dann musst du da nicht alleine durch.
Lass uns zusammenarbeiten – so wie Dajana und ihr Ex-Partner. Alle Infos zu meiner Begleitung findest du hier: https://www.trennungsbegleiterin.de/trennungsheldenpaket
Dajana hat sich in dieser Zeit selbstständig gemacht. Sie begleitet Frauen auf ihrem Weg zu mehr Klarheit, innerer Stärke und Selbstbestimmung. Ihre Website findest du hier: https://www.grenzenreich.de/
Transkript anzeigen
Susanne Pehse: In dieser Special-Folge spreche ich mit Dajana. Dajana und ihren Ex-Partner habe ich knapp anderthalb Jahre hinweg begleitet, und zwar von Beginn an ihrer Trennung. Gemeinsam sind sie Eltern von zwei Kindern im Alter von vier und sieben. Und in unserer gemeinsamen Zeit ging es darum, Orientierung und Halt zu finden, Verantwortung zu übernehmen in einer sehr vulnerablen Zeit und als Eltern handlungsfähig zu bleiben. Was mir bei den beiden besonders in Erinnerung geblieben ist, dass sie trotz unterschiedlicher Sichtweisen und ja auch sehr starker Emotionen, ist es ihnen immer wieder gelungen, der elterlichen Verantwortung zu bleiben. Team Kind war dabei immer wieder eine bewusste Entscheidung. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie Dajana den Anfang der Trennung erlebt hat, was im Prozess herausfordernd war und wie der Umgang miteinander heute aussieht. vor allem aber darüber, was geholfen hat, den Blick immer wieder auf das zu richten, was wirklich zählt, nämlich die eigenen Kinder. Nimm dir mit, was du mitnehmen möchtest für deine Trennung. Und ich wünsche dir jetzt viel Spaß beim Zuhören und beim Zuschauen. Und Dajana, ich würde direkt mal reinswipen in unser Gespräch. Nimm uns mal mit an den Anfang eurer Trennung. Wie hast du diese Zeit erlebt?
Dajana: Also Anfang der Trennung war sehr emotional, weil sie für mich doch sehr überraschend kam. Und ich das so gar nicht wahrhaben wollte. Deswegen war es für mich gerade am Anfang sehr schwer, das überhaupt zuzulassen. Den Gedanken, also auch nicht nur für mich. sondern besonders dann auch in Bezug auf die Kinder. Das auch so wahrhaben zu wollen, werden das jetzt wirklich Trennungskinder.
Susanne Pehse: beiden war es ja auch so, wie du es gerade beschreibst, dein Ex-Partner hat sozusagen die Trennung auch ausgesprochen. Also das heißt, du warst die Person, die von der Trennung erfahren hat. Und das ist ja meistens sowieso das, wo ich immer sage, da beginnt schon dieser unterschiedliche Prozess. Weil die Person, die sich vielleicht schon länger damit beschäftigt,
Dajana: und
Susanne Pehse: die geht durch diese verschiedenen Trennungsphasen schon eher durch. Und die Person, die jetzt auf einmal diese Trennung trifft, also dieser Ausspruch, das Aussprechen der Trennung, die beginnt ja dann erst mit dieser ersten Ohnmachtsphase. Und da fängt schon mal so diese Unterschiedlichkeit an im Denken, im Fühlen. Die eine Person will meistens weg aus der Situation. Die Person, die verlassen wird.
Dajana: Und
Susanne Pehse: Da spielt ja auch unser Gehirn und die Hormone, die dabei ausgeschüttet werden, uns einen Streich. Dann wird das Verlangen wieder gesteigert. Ähnlich so manchmal einer Droge, die ich hier nicht nenne. Da ist das wie so ein Gummiband. Der eine will weg und der andere will hinterher. Das sind schon mal die ersten Schwierigkeiten, die auf ein Paar, was sich trennt, zukommen kann.
Dajana:
Dajana: Ja.
Dajana: Hm.
Dajana: Ja.
Susanne Pehse: Und ich kann mich erinnern, Dajana, ihr beide wart, glaube ich, in einem Themenabend bei mir, das Starke Trennungskind. Und ich glaube, daraufhin habt ihr euch ja entschieden, euch Unterstützung von mir zu holen. Also war das auch der Moment oder war das einfach nur so dieses ausschlaggebende Momentum? Okay, pass auf. Also wir würden uns hier gerne Unterstützung holen. Und war das dann auch
Dajana: Ja.
Susanne Pehse: Also von wem aus ging das? Das würde mich auch nochmal so interessieren.
Dajana: Das ging von mir aus, dass ich... Weil ich mich total überfordert gefühlt habe mit der Situation. Gerade weil das für mich total unrealistisch schien. Das hört sich jetzt so bizarr an, aber weil ich es auf gesunde Art und Weise nicht wahrhaben wollte, kam ich mir sehr überfordert vor. Ich dachte dann... sollten wir uns aber auch jemanden ranholen, der sich auskennt, was das für Kinder bedeutet. macht man das mit Kindern? Das war mir, also meinem Ex-Partner natürlich auch, aber zu dem Zeitpunkt war mir das eben sehr, sehr wichtig.
Susanne Pehse: Hmm.
Susanne Pehse: Ja, also wenn ich es richtig verstehe, der...
Dajana: Und dann, naja, ich hab dich über Instagram. Ich hatte dich über Instagram gefunden, dann an dem Abend teilgenommen und dann war es eins nach dem anderen eben, dass ich es dann meinte, komm wir versuchen das.
Susanne Pehse: Mhm.
Susanne Pehse: Ja, was ich daraus heraus höre ist das, was ich mir ja auch immer wünsche in meinen Begleitungen, dass Menschen erkennen, dass sie in einer Ausnahmesituation sind und das ist ja Trennung immer. Also für die Person, die von der Trennung erfährt, ist es noch ein Stück schlimmer, sage ich jetzt mal. Aber auch die Person, die die Trennung ausspricht, in der geht ja auch der Beat ab. Also das heißt, Ich bin dann so sehr in meinem limbischen System, also in unserem Gefühlszentrum gefangen, dass ich kaum eine Möglichkeit habe, meinen Professor, auf diesen präfrontalen Kortex zuzugreifen. Und ich sage auch immer, in dem Moment, ein System kann sich nicht von innen heraus selbst erkennen. Und deswegen ist es nur gesund, sich Unterstützung zu holen. Und ich bin natürlich sehr froh gewesen,
Dajana: und
Susanne Pehse: dass ich letztendlich eure Begleiterin sein durfte und euch quasi von Anfang an mit begleitet habe. Und das ist auch genau das, Dajana, was du gerade beschrieben hast, denn das habe ich auch meiner Begleitung mit euch immer wieder gemerkt. Ich habe euch immer wieder als Team Kind erlebt, also auch in sehr emotionalen Phasen, die ja kommen. Also die machen wir uns nichts vor. Niemand geht durch so eine Trennung mit Kind einfach so locker flockig. Wir haben uns jetzt alle lieb. Das funktioniert ja nicht.
Dajana: Ja.
Susanne Pehse: Kannst du so bisschen beschreiben, was dir dabei geholfen hat, diesen Fokus nicht zu verlieren, also den Fokus so aufs Kind?
Dajana: Ja.
Dajana: Ehm...
Dajana: Die theoretische Auseinandersetzung damit. Das heißt, mehr darüber zu lernen, was bedeutet das für das Kind, wie geht das Kind da durch. Quasi den Trennungsprozess aufzulösen auf jeden Einzelnen. Für mich ist es halt was ganz anderes, mich von meinem Ehemann zu trennen, als jetzt für unsere Kinder ihre Eltern bei der Trennung zu begleiten. Also ich glaube, das hat am meisten geholfen. die Theorie zu verstehen und zu lernen.
Susanne Pehse: Das ist spannend, weil das ja genau das ist, was ich gerade so beschrieben habe, dass wir in dieser Ausnahmesituation Trennung kaum eine Möglichkeit haben, auf unseren Professor quasi, also auf unser Denken zuzugreifen und sozusagen euch dann mit auch geholfen hat, das auseinanderzunehmen. Also einmal, wie erlebt unser Kind die Trennung und wie erleben wir die eigentlich? Also auch so im Miteinander.
Dajana: Mhm.
Susanne Pehse: Und sag mal, Diana, gab es so Momente, in denen eure Elternbeziehung aus deiner Sicht fast gekippt wäre? Und wenn ja, wenn es diese Momente gab, was hat euch dabei geholfen, nicht gegeneinander zu arbeiten? Weil das ist ja sehr häufig, ne? Also wir fühlen uns so an die Wand gedrängt und glauben auf einmal, also wir müssen uns so verteidigen. Und da ist es ja leicht, in Anführungsstrichen.
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