Auszug nach der Trennung: So stärkst du euer Kind in den Übergängen.

Shownotes

Der Moment des Auszugs ist für viele Familien ein Wendepunkt. Plötzlich wird aus einer Entscheidung Realität. Ein Elternteil ist nicht mehr jeden Tag da, es entstehen zwei Zuhause und genau hier beginnen oft die größten Herausforderungen für Kinder.

In dieser Folge sprechen wir darüber, was euer Kind jetzt wirklich braucht, um sich trotz dieser Veränderung sicher, orientiert und verbunden zu fühlen. Du bekommst konkrete Impulse, wie du Übergänge bewusst gestaltest und dein Kind emotional gut begleitest.

Du erfährst in dieser Folge:

✅ warum der Auszug für Kinder so ein sensibler Moment ist ✅ wie du Sicherheit und Orientierung im neuen Alltag schaffst ✅ welche Rituale und Strukturen deinem Kind wirklich helfen ✅ wie du mit Vermissen umgehst, ohne dein Kind zu überfordern ✅ warum deine eigene Stabilität als Elternteil entscheidend ist

Unsere Unterstützung für dich:

Die Begleitung deines Kindes ist fester Bestandteil meiner Arbeit als Trennungsbegleiterin für Familien. Wenn du dir wünschst, die Gefühle eures Kindes sicher zu begleiten und gleichzeitig selbst handlungsfähig zu bleiben, dann vereinbare jetzt ein Kennenlerngespräch mit mir. Wir schauen gemeinsam auf deine Situation und finden Lösungen:

Kennenlerngespräch mit Susanne Pehse: https://www.trennungsbegleiterin.de/termine

Katja Westerbarkey – traumasensible Gefühlscoachin Mehr zu Katjas Arbeit rund um Nervensystem, Gefühle und Koregulation findest du hier: https://www.katja-westerbarkey.com/

Transkript anzeigen

Susanne Pehse: Moment, ist mein Skript erstmal weg.

Susanne Pehse: Jetzt ist es wieder da.

Susanne Pehse: Okay, kurze Pause. ist das eigentlich? Warte kurz. okay.

Susanne Pehse: Okay, wir legen los. Ich würde noch fünf Sekunden warten und dann geht's los.

Susanne Pehse: Der Moment des Auszugs ist oft der Moment, in dem Kinder und auch Eltern merken, jetzt verändert sich unser Leben wirklich und spürbar. Was vorher besprochen, entschieden und vielleicht auch organisiert wurde, ist plötzlich Realität. Ein Elternteil ist nicht mehr jeden Tag da. Es gibt zwei zu Hause. Es gibt jetzt Übergänge. Und genau diese Übergänge sind für viele Kinder eben eine echte Herausforderung. Gerade am Anfang der Trennung.

Katja Westerbarkey: Und genau in dieser Folge schauen wir uns deshalb heute an, was euer Kind genau jetzt braucht, damit es sich sicher, orientiert und verbunden fühlen kann. Deshalb sprechen wir über Sicherheit, über Orientierung, über Struktur, Verbindung, Autonomie und die wichtige Führung durch euch als Eltern. Und wir geben euch ganz praktische Ideen mit, damit ihr diese neue Realität nicht nur irgendwie organisiert, sondern euer Kind wirklich gut durch diese Phase begleiten könnt.

Susanne Pehse: Warum ist der Auszug so ein sensibler Moment? Jetzt wird die Trennung sichtbar. Ein Elternteil ist nicht mehr selbstverständlich da, so wie es vielleicht noch gewesen ist. Der Alltag verändert sich jetzt real. in euren Köpfen war, was Theorie war, wird jetzt in die Praxis umgesetzt. Und Kinder spüren Veränderungen oft stärker über Rituale Über Räume, die Eltern geben und auch halten und Abläufe als über Worte.

Katja Westerbarkey: Und aus traumasensibler Sicht ist der Auszug ein Moment, in dem das Nervensystem sehr deutlich merkt, etwas ist jetzt ganz komisch, ist unvorhersehbar, die Vorhersehbarkeit ist weg. Ich bin so bisschen in der Luft, meine Sicherheit fehlt und dadurch kann bei dem Kind natürlich auch eine Trauer, eine Wut, großes Vermissen und Sehnsucht zu der Unsicherheit gleichzeitig auftauchen. Und wichtig ist zu wissen, dass Kinder eben nicht nur Erklärungen brauchen und im Verstand sozusagen befriedigt werden, sondern ganz viel Regulation durch uns Erwachsene.

Susanne Pehse: Ja, und da sind wir schon dabei, Katja. Du hast gerade das Bedürfnis nach Sicherheit erwähnt und damit beginnen wir auch. Also du musst wissen, die uns heute zuhört, der Zuhörer. Wir gehen heute tatsächlich nach den Bedürfnissen, was gerade Trennungskinder eben brauchen und erfüllt werden müssen, durch die Eltern, wie Eltern Orientierung geben können, eine Struktur, eine Vorhersehbarkeit. Und wir beginnen mit dem Bedürfnis nach Sicherheit, also was kannst du tun, damit euer Kind sich in den Umgängen, die ihr miteinander vereinbart habt, sicher fühlt. Also Sicherheit entsteht erst mal durch Verlässlichkeit. Ja, also ich kann mich darauf verlassen, dass ich jetzt beispielsweise zwei Tage bei Mama bin, zwei Tage bei Papa und dann wieder vielleicht fünf Tage übers Wochenende bei dem zweiten Elternteil. Denn Kinder müssen spüren, Beide Eltern bleiben da. Sicherheit entsteht auch dadurch, indem ein Kind eben nicht in Loyalitätskonflikt gerät, sprich, es sich nicht entscheiden muss. Also das heißt, bitte schickt bei den Übergängen und Umgängen eben auch keine widersprüchlichen Botschaften mit. Also so etwas wie Gott, jetzt bin ich aber ganz traurig, wenn du gehst. Ja, das wäre eine komplett widersprüchliche Botschaft. Anders ist es, wenn du sagst Ich wünsche dir viel Freude beim zweiten Elternteil. Ich freue mich natürlich auch, wenn wir uns wiedersehen. Das Gegenteil von Sicherheit ist natürlich die Unsicherheit. Unsicherheit entsteht eben durch spontane Änderungen. Also wenn ihr einen Umgangsplan habt, der jetzt vielleicht am Anfang der Trennung erst mal für das nächste halbe Jahr gilt, dann bleibt auch bei diesem Umgangsplan. Versucht, so wenig wie möglich Veränderungen herbeizuführen.

Susanne Pehse: Also das heißt Absprachen bitte einhalten, die Übergänge auch nicht hektisch gestalten, sondern wirklich du darfst dir vorstellen, je jünger das Kind ist, umso mehr hat es erstmal zu tun von einer Bindung in die nächste Bindung zu gehen. Du kennst das bei der Übergabe im Kindergarten. Da schicken wir die Kinder auch nicht einfach rein und sagen Tschüssikowski, sondern wir warten, wir begleiten. wir regulieren. Und genauso ist es auch bei den Übergaben. Also bestenfalls lässt du dir ein bisschen Zeit bei den Übergaben. Ihr sprecht vielleicht noch kurz an der Tür, das Kind, darfst du dir vorstellen, wie so eine Art Staffelstab, ja, also dass das Kind von deiner Bindung in die Bindung des zweiten Elternteils übergehen kann. Und das ist von Kind zu Kind ganz unterschiedlich. Was beim Geschwisterkind vielleicht gut funktioniert, muss bei dem zweiten Geschwisterkind eben länger. geübt und geprobt werden. Und vor allen Dingen denkt bitte immer daran, wenn ihr uns zuhört, an das Alter der Kinder. Ein Jugendlicher wird einen Übergang, einen Umgang ganz anders gestalten als jetzt ein 3-4 Jahre altes Kind oder als ein 8-9 Jahre altes Kind, weil die einfach vom Entwicklungsstand her ganz an unterschiedlicher Stelle stehen. Wichtig ist eben auch, das Kind nicht mit Erwachsenenthemen zu belasten. Das habe ich gerade schon kurz angeschnitten. Und jetzt würde ich das Wort an dich übergeben, Katja. Was bedeutet denn auch Sicherheit für das System des Kindes?

Katja Westerbarkey: Sicherheit sprechen wir ja ganz oft aus oder Unsicherheit. Bist du unsicher? Bist du sicher? Dabei ist Sicherheit oder Unsicherheit eher ein Gefühl. wenn ich mich unsicher fühle, merke ich ziemlich schnell, wie mein Körper mit mir spricht. Also die Augen gehen oft hin und her. Vielleicht wank ich auch hin und her. Man ist so ein bisschen rastlos und das kann man bei Kindern auch gut beobachten, wenn die sich unsicher fühlen. dass die so hibbelig sind oder so unruhig oder vielleicht so in sich gekehrt sind. Deswegen ist es ganz wichtig, auch hier wieder auf den Körper des Kindes zu achten. ich komme immer wieder dazu, dass wir die Kinder und uns erst uns selber regulieren und damit die Kinder coregulieren. Das bedeutet, wenn ich innerlich stabil bin und Ich sage jetzt mal, größtenteils auch dahinterstehe mit dem Umgangsmodell, weil ich sollte im Sinne des Kindes denken und nicht im Sinne von mir, was ich brauche. Wenn ich sehe, mein Kind braucht genauso gut die Mama und braucht genauso viel den Papa, dann kann ich mein Kind auch viel leichter loslassen und ihm Sicherheit dadurch bieten, dass ich davon, ich sage größtenteils, weil man ist vielleicht nicht immer gleich damit einverstanden, weil es für uns selber ja auch schwer ist, das Kind loszulassen. Schau, dass du selber innerlich für dich stabil bist, reguliere dich selber und damit schenkst du deinem Kind ein Gefühl der Sicherheit und der Co-Regulation. Und somit sind wir auch, wenn wir vom Gefühl der Sicherheit sprechen und der Co-Regulation, sind wir auch ganz schnell wieder bei dir, Susanne, bei dem Bedürfnis nach Orientierung.

Susanne Pehse: Das stimmt, weil wenn Kinder sich sicherer fühlen sollen, brauchen sie Orientierung. Also sie müssen wissen, was passiert wann. Also das heißt, das Kind könnte sich die Frage stellen, wo bin ich wann, wer bringt mich wohin, wer holt mich vom Kindergarten ab oder von der Schule, wie läuft ein Wechsel überhaupt ab. Also dabei kann natürlich gut helfen, ein Plan in beiden Haushalten. Und es gibt Katja so wunderschön gestaltete, von verschiedenen Firmen gestaltete Pläne, die wirklich sehr kindgerecht sind, wo das Kind eben erkennt. Ich bin am Tag XY, hängt da vielleicht so ein Bild vom Papa oder von der Mama. Ich weiß noch, ich habe mal eine Familie begleitet und es fand ich so schön. Die Mama hat dann so einen Umgangsplaner gestaltet und hat so Magnete gemacht und hat das Bild vom Papa und das Bild von sich. auf so Glasmagneten so gemacht. Und der Sohn war damals drei Jahre alt und der Sohn hat dann den Papa im Umgang, wo er bei der Mama gewesen ist, mit in den Kindergarten genommen. Also der hat dann das Bild abgemacht, hat das in seine kleine Tasche reingetan und hat das mit in den, ja als Ressource und das ist so so schön. Und wenn du das dann schon bemerkst, kannst du das natürlich dann noch unterstützen, indem du zum Beispiel noch ein T-Shirt vom Papa mitgibst oder so, dass ihr auch so einen kleinen Umgangskoffer macht. Ich glaube, dazu kommen wir dann auch noch. Aber dieser Plan in beiden Haushalten, das ist so wichtig, ja, also auch für größere Kinder. Glaub nicht, wenn dein Kind jetzt elf, zwölf ist, dass es das nicht mehr braucht, dann braucht es vielleicht auf eine andere Art und Weise nicht mehr so spielerisch, mehr praktisch. Aber dazu rate ich euch auf jeden Fall, hängt euch einen Wochenplan auf, gestaltet den vielleicht auch zusammen. Macht es mit Bildern, macht eine visuelle Darstellung und hängt es so auf, dass die Kinder tatsächlich auch drauf schauen können und gegebenenfalls auch etwas verändern können, weil dann sind wir wieder im Bereich der Selbstwirksamkeit. Genau. Und auch für die Orientierung kleinere Zettel für unterwegs. Also wenn ihr gerade wirklich ganz am Anfang seid, es kann ja sein, dass uns hier jemand zuhört, der so die ersten Umgänge jetzt gestaltet. Das erste Mal vielleicht.

Susanne Pehse: Schläft das Kind bei Papa oder Mama? Da kannst du es ganz einfach machen, indem du ein Zettel machst und da drauf schreibst, was passiert heute am heutigen Tag? Wann hören wir uns? Eine feste Zeit zu vereinbaren, wann wir am Abend zusammen telefonieren und einfach wirklich eine Orientierung für den Tag mitzugeben. Morgens, mittags, abends. Ganz wichtig. Also nicht davon ausgehen, dass das Kind das irgendwie verstanden hat, weil wir davon ja ganz oft ausgehen. Katja, mit unserem Wir wissen ja, was passiert. Ja, aber Kinder ja nicht. Und deswegen ist das ganz, ganz wichtig, dass diese Orientierung wiederholt wird, dass dies sichtbar gemacht wird. Und ich mag hier noch mal ganz kurz von diesem Übergangskoffer. Ich nenne ihn jetzt einfach mal so, berichten. Wo ihr wirklich jeweils bei Mama und Papa etwas, Köfferchen packen könnt. Und da ist beispielsweise das getragene T-Shirt drin. Da ist ein Duft drin. Da sind vielleicht so mentale Karten drin, so Bedürfniskarten. Ja, ich bin stark, ich schaffe das oder irgendwie sowas. Was könnte dort noch drin sein? Dann könnte dieser Orientierungsplan, kleine Zettel drin sein. Also denkt euch da was aus und lasst die Kinder auch mitpacken. Weil man muss ja ganz klar sagen, Katja, das Thema oder das Bedürfnis Selbstwirksamkeit ist ja bei Kindern bei einer Trennung nicht besonders ausgeprägt. Also ich kann ja erst mal nichts tun, dass meine Eltern sich trennen. Das heißt, meine Selbstwirksamkeit, schwindet. Und deswegen ist es so wichtig, dass Eltern sehen und verstehen, dass auch mit kleinen Schritten die Selbstwirksamkeit gestärkt werden kann. Und genau, das fand ich jetzt an der Stelle noch wichtig beim Thema Orientierung. Katja, du siehst so aus. Genau, als würdest du noch was sagen wollen.

Katja Westerbarkey: stimmt.

Katja Westerbarkey: Du hast gefragt für den Koffer, was könnte noch drin sein? Also was mir auch immer wieder bewusst ist, dass Kindern auch sowas wie ein Freundschaftsarmband hilft, der gemeinsam gestaltet werden kann mit der Mama oder mit dem Papa, beide tragen. Das wird zum Beispiel super gern verwendet oder sie malen sich ein Herzchen, das passiert oft, grad Kindergartenkinder. Also das passiert auch oft auch da bei den Übergängen, bevor ich zur Mama gehe oder zum Papa gehe, malen wir uns beide noch das verbundene Herz hin oder eben.

Susanne Pehse: doch schön. Ja.

Susanne Pehse: Mhm!

Katja Westerbarkey: Freundschaftsarmband. Das ist natürlich nicht im Koffer, aber am Kind selber.

Susanne Pehse: Ach, das ist eine schöne Idee. Total schön. Oder was mir auch gerade noch einfällt, Katja, ist das unsichtbare Band. Also du wickelst so ein Band um dein Handgelenk und das Handgelenk des Kindes. Es gibt auch ein wunderbares Buch, das heißt tatsächlich Das Unsichtbare Band. Das empfehle ich hier an der Stelle sehr gerne. Da ist die Annahme eben, dass wir alle miteinander verbunden sind. Und Kinder sind ja noch viel fantasierreicher als wir Erwachsene. Und die wissen also, egal wo ich bin, ob ich bei Papa bin, im Kindergarten oder bei Freunden, meine Mama ist oder mein Papa ist immer mit mir verbunden. Da gibt es ganz, ganz viele schöne Rituale. Also total, ja. Ja!

Katja Westerbarkey: Oder ein Fotobuch. Das kann man mit Kindern auch gestalten, wo Bilder von Mama und mir, Papa und mir in einem Buch sind. Solange es die Kinder nicht triggert. Wenn sie dadurch eine Verbindung bekommen und keine Traurigkeit, kann das natürlich ressourcig sein. Da darf man sich überlegen, wie gut es meinem Kind, je nach Alter, das Kind ist.

Susanne Pehse: Christus!

Susanne Pehse: Mhm.

Susanne Pehse: Ja, und Katja, hier fällt mir direkt wieder da ein. Natürlich ist es hier total wichtig, dass das von beiden Elternteilen unterstützt wird. Es geht, und das will ich an der Stelle hier dalassen, nochmal. Es geht hier nicht dich als Erwachsener. Es geht um euer gemeinsames Kind. Also deswegen lasst das zu. Glaubt mir, es lohnt sich. Definitiv. Ahm... Wir haben das Bedürfnis nach Orientierung. Damit können wir so einen kleinen Haken dahinter machen und gehen gemeinsam in das Bedürfnis nach Struktur rein. Also Orientierung beantwortet die Frage wann und wo und Struktur beantwortet die Frage Wie sieht denn jetzt mein Alltag konkret aus? Und Katja, kannst du, wenn wir jetzt sagen oder der Annahme sind, Kinder regulieren sich über Wiederholung. Kannst du dazu was sagen, also wie sie sich da regulieren, also was das für das Nervensystem bedeutet.

Katja Westerbarkey: sind wir wieder bei der Sicherheit. Also wir lernen ja auch, in ganz frühem Alter lernen wir ja auch durch eine Regelmäßigkeit, durch Struktur, durch Wiederholungen gewisse Abläufe. Ich stehe morgens auf, ich gehe in den Kindergarten oder ich gehe in die Schule. Also ich weiß, was passiert und genau das ist auch das, was in meinem Körper, in meinem Nervensystem passiert. Wenn ich Wiederholungen anbiete, dann weiß mein Körper und mein System mit der Zeit, Zeit und dafür darfst du dir Zeit geben, dir selber, dem anderen Elternteil und deinem Kind. Es braucht immer ein paar Wochen etwas, also je länger ich etwas Altes schon vollzogen habe, eine alte Struktur, eine alte Wiederholung, umso länger dauert es schon auch es zu überschreiben. Aber ich kann es überschreiben. Das heißt, ich kann meinem Kind Wiederholung anbieten. Dadurch entsteht natürlich immer die Sicherheit. Und mein System merkt dann auch, wenn ich diese Wiederholung jetzt immer mache, dann weiß ich, was passiert. Und dadurch werde ich ruhiger. Ich kriege mehr Vertrauen, ich kriege mehr, also ich Kind, ich kriege mehr Selbstvertrauen. Ich weiß, was passiert. Und ich fühle mich auch wohler. Ich kann ruhiger sein. Ich kann vielleicht auch manchmal Dinge ansprechen, wenn die aus meinem Wiederholungsmuster fallen. da geht es los. Beim Schulweg oder beim Kindergartenweg, der sich ja vielleicht verändert durch einen Umzug von einem Elternteil, bietet deinem Kind Wiederholung an. Wenn es möglich ist, geh mit dem Kind ein paar Mal den Weg gemeinsam oder begleite es zum Bus oder wie auch immer, dein Kind in die Selbstwirksamkeit kommt, die du vorher erwähnt hast, Susanne. Und wenn möglich es selbstständig sagt, Mama, Papa, ich kann jetzt alleine gehen. Also im System. bietet Wiederholung mir Ruhe, mir Struktur und eine ganz, ganz große Art von Sicherheit. Und auch das darf variieren. Bei manchen Kindern geht schneller und bei manchen dauert es länger. Wie du vorher sagtest, Susanne, ist es wie bei einer Eingewöhnung. Das ist genau das. Also ich darf Geduld haben mit mir und auch mit meinem Kind oder unserem Kind.

Susanne Pehse: Mhm.

Susanne Pehse: Ja und ganz praktisch kann das so aussehen, dass ihr ähnliche Abendroutinen habt, entweder Routinen beibehaltet, die ihr schon kennt oder eben neue Routinen etabliert. Aber schaut da auch, was kommt von eurem Kind. Also seid da immer im Kontakt, ihr werdet es merken, was euer Kind dann braucht, wenn ihr gut im Hier und Jetzt da sein könnt am Abend. Auch feste Abläufe beim Ankommen können hilfreich sein. Wir hatten das schon mal erwähnt, Katja, in einer Podcastfolge. Ich erinnere mich, wir haben getanzt so am Freitag, wenn die Kinder da zu mir gekommen sind oder haben im Wohnzimmer oder in der Küche ein Picknick gemacht und haben erzählt von unserer Woche. Findet da wirklich so einen eigenen Ablauf? auch so gleiche Reihenfolge bei bestimmten Dingen. Da ist es wichtig, wieder sein Kind zu kennen. Ja, also manche Kinder, wir sprechen auch in unserer Arbeit, Katja, von den verschiedenen Farbtypen und manche Kinder, die brauchen ganz besonders viel Struktur und manche Kinder fliegen von Blume zu Blume und fragen sich, was mache ich jetzt? also schaut da wirklich, was braucht euer Kind? Nicht zu viele neue Reize gleichzeitig. das mag ich da lassen, da in meinen Begleitungen. habe ich ganz oft die, gerade bei dem betreuenden Elternteil, der vielleicht die Kinder nicht ganz so oft hat, der glaubt ganz häufig, jetzt kommen die Kinder zu mir und ich muss was Geiles machen. Ja, ich muss da jetzt vielleicht essen gehen oder ich muss in den Zirkus am Freitag oder oder, also ich übertreibe das jetzt auch ein bisschen, schaut. dass die Kinder ganz in Ruhe bei euch erst mal ankommen können. Also wichtig ist für die Kinder, hey, erst mal ankommen. Ich will bei dir erst mal einchecken und will nicht schon wieder zum nächsten Event geleitet werden. Deswegen sind so ruhige Wochenenden gerade am Anfang gar nicht so schlecht. Und das ist so auch diese eigene Erfahrung, von der ich berichten kann, dass es tatsächlich schön ist, für ein Kind erst mal anzukommen.

Susanne Pehse: und erst mal einchecken, weil man muss dazu sagen, Katja, Kinder brauchen auch eine Weile, bis sie eingecheckt haben. Ja, das dauert manchmal zwei Tage, bis sie erst mal bei dem anderen Elternteil ankommen. Das macht sich manchmal durch Unruhe eben bemerkbar, wo einige Eltern dann schnell bei dem anderen wieder sind und sagen, wer weiß, wie das so läuft. Aber nee, Kinder brauchen da tatsächlich eine Weile. Ja, also das ist... eine tatsächliche Entlastung eben dort Ruhe reinzubekommen. Dann würde ich sagen, Katja, wir steigen direkt in das Bedürfnis nach Verbindung ein. Ja, So, jetzt haben wir, also wir haben jetzt die Orientierung, auch wenn Kinder sich eben dann orientieren können oder sich orientiert haben, bleibt oft ein großes Gefühl, nämlich das Vermissen. Das ist auch eines der Hauptpunkte oder der Hauptängste der Eltern, die gerade frisch in so einem Umgangsmodell sind. Was mache ich denn mit einer Vermissung? Und da will ich dalassen, dass Vermissen ganz normal ist, dass es erst mal da sein darf. Und auch da darf eben Verbindung wieder aktiv gestaltet werden und Kinder brauchen dazu auch Strategien. Ja, also natürlich ist Vermissen

Katja Westerbarkey: Hm.

Katja Westerbarkey: Hmm.

Susanne Pehse: ein logischer Prozess und gleichzeitig, und dann sind wir wieder ein bisschen beim Thema Selbstwirksamkeit, gebe ich meinem Kind Strategien an die Hand, wo es eben nicht nur Trost von dem anderen Elternteil gibt, sondern eben auch Trost in Form von dem, was wir jetzt schon erwähnt haben, Katja, nämlich in einem anderen Bedürfnis, nämlich das Packen des Mama-Koffers oder des Papa-Koffers, ja, das kann dazu beitragen. Also wenn das Kuscheltier dabei ist, wenn das Foto dabei ist, wenn der Duft von Mama oder Papa dabei ist, ein kleiner selbstgeschriebener Brief oder ein Zettel, eine Bedürfnis- oder Mutkarte, ein festes Verbindungsritual, das hatten wir vorhin schon, mit dem Herzen und mit dem Band die Hand, ein kurzer Anruf, eine gute Nachtnachricht, und hier möchte ich was dazu noch mit reingeben, das fällt mir gerade spontan ein. Es gibt doch, und wir haben keine Kooperation mit der Firma, die ich jetzt nenne, aber es gibt doch von den Toni-Boxen, gibt es doch den Kreativ-Toni. Und viele haben die Toni-Boxen zu Hause und den Kreativ-Toni kann man besprechen. Also man kann eine Geschichte zum Beispiel, die Lieblingsgeschichte vom Kind mit aufsprechen. Und dieser Toni wandert dann sozusagen von Elternhaus zu Elternhaus. Ja, also das ist auch Als ich zum ersten Mal gehört habe, habe gedacht, Gott, wie schön das ist. Also da natürlich auch immer zu schauen, tut das meinem Kind gut, ja. Aber all das sorgt eben dafür, dass das Bedürfnis nach Verbindung erfüllt wird. jetzt mag ich dich noch fragen, Katja, hast du da noch was zu ergänzen zu diesem Punkt?

Katja Westerbarkey: Ich finde es ganz wichtig zu wissen und du hast vorher auch nochmal gesagt, Susanne, schau dein Kind an und entscheide mit Kindesaugen und nicht aus deinem Wohl heraus. Und dazu gehört auch ganz oft, dass wir denken, viel Kontakt und viel ist gleich gut, viel ist gleich viel und super. Und das ist superschwer zu akzeptieren. Also ich fand es superschwer zu akzeptieren, dass ich nicht die ganze Zeit verfügbar bin für die Kinder, so wie es eigentlich immer war davor, sondern dass es jetzt Zeiten gibt, wo die Kinder eben nicht bei mir sind oder nicht durch mich betreut sind und ich nicht wieder Part 1 bin. Und von meinem Mutterthron oder von meinem Erstbezugspersonenthron hinabzusteigen, im Sinne der Kinder zu handeln, hat mit mir tatsächlich was gemacht. Und da zu lernen, es kommt darauf an, wie ich die Zeit mit den Kindern verbringe. Und dass die Zeit, wo wir ausmachen, dass wir uns sehen, dass die auch eingehalten wird. Es gibt immer Ausnahmen, nur es darf schon sehr verlässlich sein. Also wenn ich sage, da ist Mama-Zeit und da ist Papa-Zeit, dann ist da Mama und dann ist da Papa-Zeit. Und wenn dein Kind sagt, ich will aber nicht, dann versuch genau, wie du sagst, Susanne, die Übergänge liebevoll zu gestalten, gebt dem Kind ein bisschen Zeit. Immer mit den Tools und den praktischen Tipps, die wir jetzt erwähnt haben, die im Petto und im Rucksack zu haben. Aber das Vermissen, ich darf jemanden vermissen, das ist in Ordnung. Und ich darf auch sagen, ich verstehe total, dass du jetzt Mama und oder Papa vermisst. Das verstehe ich. Und ich muss da nicht sofort ablehnen, sondern es hilft ganz oft durch unser Hormon Oxytocin, wieder in die Bindung zu gehen, in die Verbindung gehen und das schaffe ich durch Körperkontakt Und wenn es das Kind nicht will, dann reicht es, dass ich anwesend bin und warte. Aber auch hier, unser Körper reagiert wieder so wunderschön. Wir haben Oxytocin, wir können es weitergeben, können es ausschütten und das schaffen wir ganz viel durch Umarmen oder auch, wie du sagtest, durchs Tanzen. Auch das schafft Verbindung. Nicht immer gleich wieder das Problem lösen, Gott, vermissen muss weg sein, sondern okay, verstehe ich. Ich verstehe und ich kenne das Gefühl des Vermissens.

Katja Westerbarkey: Dass die Kinder dann da auch sagen dürfen, Mama, ich vermisse den Papa oder andersrum, auch das ihnen zuzugestehen, formt ihnen wieder auch das Bedürfnis nach, ich bin richtig und ich bin autonom. Ich darf vermissen, ohne dass jemand anderes es tut. Aber mein Gefühl des Vermissens macht mich auch ein Stück weit autonom und ja auch selbstwirksam, weil es ist meins. Und wenn ich als Elternteil das zugestehe, dann tue ich meinem Kind einen wahnsinnigen Gefallen. Und Stärk ist wiederum im Selbstvertrauen. Und da werden wir beim Bedürfnis Autonomie und Selbstwirksamkeit.

Susanne Pehse: Ja, so ist es. Da gehe ich gleich rein. Katja, mir ist nur noch was super Wichtiges eingefallen an der Stelle. Viele Eltern berichten genau in diesem Moment eine innere Verletzung bei sich selbst, weil sie spüren oder vermeintlich spüren, ich reiche nicht. Ja, also mein Kind vermisst jetzt den anderen Elternteil, zweiten, und sie spüren instinktiv, es macht etwas mit mir. Und da wirklich mag ich dir mitgeben an der Stelle, es geht in dem Falle nicht um dich, sondern das Kind kümmert sich gut um sich selbst. Also kümmer dich da gut um den Gedanken, den du da gerade hast und nimm gleichzeitig wieder Position ein als Erwachsener und sag dir, es geht nicht mich, mein Kind kümmert sich gerade gut und ich darf mein Kind jetzt eine Brücke bauen. Das war mir jetzt noch wichtig, da zu lassen. Genau. Und damit leiten wir ins Bedürfnis nach Autonomie und Selbstwirksamkeit. Das ist nämlich ein Bedürfnis, was oft unterschätzt wird, was aber eines der Hauptbedürfnisse unserer Kinder ist. Verbindung, Liebe, Selbstwirksamkeit. Und wenn wir uns das Beid, die beiden auf so einer Waage vorstellen, Kinder werden sich immer für die Verbindung entscheiden. Weil sie sind absolut, also sie sind absolut abhängig von ihren Eltern. Und deswegen rutscht dieses Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit in der Trennung automatisch ein bisschen nach unten. Und wir geben dir jetzt Dinge mit. wie du die Selbstwirksamkeit deines Kindes stärken kannst, damit sie eben nicht das Gefühl haben, sie sind dieser neuen Situation komplett ausgeliefert. Ich habe, je nach Alter natürlich, auch ein bisschen Mitspracherecht und vor allen Dingen, ich mag es umformulieren, Mitgestaltungsrecht. Also wichtig ist, kleine Mitgestaltungen zu stärken. Denn Selbstwirksamkeit nimmt die Ohnmacht. Also Kinder dürfen altersgemäß beteiligt werden. Ganz praktische Beispiele ist... Welches Kuscheltier reißt mit? Willst du den Elefanten mitnehmen oder das Lama oder keine Ahnung? Also was soll in den Mama- oder in den Papa-Koffer? Wo liegt dein Plan? Wo möchtest du den haben? Möchtest du im Koffer haben? Möchtest du den im Kindergartenrucksack haben? Welche Dinge möchtest du denn in beiden Haushalten haben? Möchtest du von hier etwas mitnehmen oder auch von dem anderen Elternteil? Dass das auch unterstützt wird und eben, und sind wir wieder ein bisschen bei den Ritualen,

Susanne Pehse: Welche kleinen Rituale helfen dir denn beim Ankommen? Mir fällt jetzt spontan die Lösungssonne ein, die eben dazu auch gut beitragen kann, zu sagen, ihr malt so eine Sonne, ein Strahl an die Seite und schreibt in die Mitte keine Ahnung, was vielleicht gerade das Problem des Kindes ist oder die Herausforderung. Und an die Strahlen kommt dann, wie kann ich diese Herausforderung für mich lösen? Was würde mir jetzt helfen, zum Beispiel beim Thema Vermissen? da gibt es ja in meiner Box das Kuscheltier mit Mamaduft oder Papaduft, das nehme ich mir. Oder das getragene T-Shirt zum Einschlafen. Und damit stärken wir auch die Selbstwirksamkeit des Kindes. Und ja, Selbstwirksamkeit wird auch gestärkt, indem ich eben meinem Kind keine Verantwortung für Erwachsene Themen mitgebe, dass das wirklich ganz eindeutig bei den Erwachsenen bleibt. Und da geht es ganz einfache Dinge, wie zum Beispiel, wenn Termine abgesprochen werden müssen, dass die Termine nicht über das Kind laufen, sondern dass Termine immer über die Erwachsenen laufen. Also schaut da wirklich, dass ihr das ganz straight trennt.

Katja Westerbarkey: Und da sind wir ja auch schon wieder so ein bisschen, wenn ich vorweggreifen darf, beim Thema Führung. Ja, also wenn ich jetzt, ich mache den Termin aus und ich bespreche mich mit dem anderen Elternteil, ja, und wir führen dieses Kind. Das ist der Plan. Wir involvieren es. Wir wägen natürlich auch ab, gerade in diesen Übergängen. Aber ich darf eine Führung übernehmen. Was bedeutet? Bei mir sind auch diese Regeln und beim Papa sind die anderen Regeln. Okay? Und ich führe.

Susanne Pehse: Mhm.

Katja Westerbarkey: Ich sage immer, ist wie so ein Rahmen. Ich baue einen Rahmen gemeinsam mit den Kindern im Rahmen selber. Im Rahmen selber sind die Grenzen, Regeln finde ich ein blödes Wort, so Strukturen, zum Beispiel wir machen die Hausaufgabe dann oder wenn ihr vom Papa kommt, dann tanzen wir, wie du erzählt hast, Susanne. Es sind bestimmte Werte einfach auch mit drin. Und innerhalb dieses Rahmens dürfen die Kinder selber gestalten, dass ist ihre Selbstwirksamkeit. Und wenn jeder den eigenen Rahmen hat, also jeder Haushalt hat einen Rahmen, können die Kinder sich selbstwirksam aber im Rahmen, nicht aber, sondern und im Rahmen mit einer Führung und einer Struktur bewegen, was wiederum begünstigt, sie fühlen sich sicher, sie fühlen sich auch autonom und sie haben auch das Gefühl der Bindung, weil wir haben diesen Rahmen und dieses Bild vielleicht ja selber gemeinsam gestaltet. Das sind wir und du willst du willst auch gleich bestimmt was dazu sagen zur Führung. Bei der Führung ist mir ganz wichtig, dass es nicht streng sein muss. Es ist genauso wie Konsequenz sein heißt nicht, dass ich streng bin, sondern wenn ich eine schlussfolgende Konsequenz habe, macht es Sinn. Strenge ist für mich was anderes. Da muss das so sein und da geht das Kind raus aus seiner eigenen Autonomie. Deswegen ist diese Führung für uns alle super wichtig, für das Elternteil und für die Kinder, weil sie wieder einen Halt gibt.

Susanne Pehse: Ja, und vor allem fängt das ja bei innerer Führung an. Ich kann ja erst jemanden führen, bei diesem Begriff zu bleiben, wenn ich mich selbst innerlich gut führen kann. Und das wollen wir dir hier an der Stelle sowieso mitgeben. Also all diese Bedürfnisse, die du hier erfüllen kannst, das fängt erst mal bei dir an. Du brauchst erst mal die Sicherheit. Du brauchst die Orientierung. Du brauchst die Struktur, nicht nur dein Kind, sondern auch und vor allem brauchst du ein Warum. Warum mache ich das? Und ich fand Katja dein Bild gerade mit dem Rahmen so geil, weil auch das wieder für die Eltern. Ganz oft höre ich doch, ach Mensch, beim zweiten Elternteil machen die das ganz anders. Was mache ich denn da jetzt? Ja, das sage ich nicht. Nix. Nix. Also, lass das beim zweiten Elternteil. Die machen ihre Erfahrung zusammen. Und das ist auch gut so. Das müssen die auch tun.

Katja Westerbarkey: Ja.

Susanne Pehse: Dein Kind macht in deinem Rahmen, in deinem Rahmen macht es diese, ihr steckt den Rahmen für dein Kind. Du übernimmst in dem Moment die Führung und du bist sozusagen die Leitfigur, wenn man es jetzt mal so möchte, auch in deinem Haushalt. Und sobald das Kind in den Haushalt des anderen geht, darfst du diese Rolle ablegen. das, Katja, hast du vorhin schon angesprochen, so gut, das ist sauschwer, gerade am Anfang. Gerade wenn du als Mama vielleicht Hauptbezugsperson gewesen bist und jetzt musst du loslassen. Du hast zwei Tage für dich. Ganz viele Eltern berichten, die Wohnung ist sauber und ich erinnere mich jetzt gerade an mich auch. Die Kinder raus, also nicht, dass man da jetzt sauber machen hätte müssen, aber ich habe das irgendwie so keine Ahnung, habe das halt gemacht und dann saß ich so und dachte, ja und jetzt? Was mache ich denn jetzt? So und dann fängst du an dich zu verabreden oder auch dich deiner Trauer erst mal hinzugeben. Diesen Schmerz zu fühlen, der da einfach da ist und der auch da sein darf, wie alle unsere Gefühle. Aber das ist einer der wichtigsten Hauptpunkte. Diese Rolle, die ich vorher immer hatte, loszulassen. Und ich glaube, da kommt es auch zu den meisten Konfliktpunkten. Ich möchte aber, dass du das so machst und ich habe das immer so gemacht und das soll bitte so beibehalten werden. Und wenn du diese innere Sicherheit oder Führung eben nicht hast, schaff die erst mal für dich selbst. Also ich will dir da lassen. Kümmer dich da gut. Schau dir deine Glaubenssätze an. Und dafür ist die Zeit wieder auch gut, die wir mit uns verbringen dürfen am Ende, wenn nämlich die Kinder beim zweiten Elternteil gut aufgehoben sind. Genau.

Katja Westerbarkey: Auch wenn ich sie in dem Moment nicht gut finde. Wenn wir jetzt schon mal bei der Elternperspektive sind, die wir ja auch mit einschließen wollen, ist es für mich jetzt nicht am Anfang gut, da alleine rumzusitzen. Ich mache auch immer sauber, aber ich habe herausgefunden, es ist für mich eine innere Reinigung. Also ob ich da ausräuchere, ob ich alles putze, ob ich alles sauber mache, ich brauche das Außen, mich innerlich zu sortieren. Plus es ist auch ganz kleines bisschen Ablenkung. Ablenkung von meinem Traurigkeitsgefühl, meinem, Gott, was mache ich jetzt, du, ohne die Kinder.

Susanne Pehse: Mhm.

Susanne Pehse: Ja.

Susanne Pehse: Natürlich!

Katja Westerbarkey: Weil wir haben uns auch körperlich aneinander gebunden, gerade Mütter. Wenn wir schwanger sind, ist das von Anfang an in einer ganz tiefen Bindung. Und dann das Kind loszulassen, obwohl ich weiß, es ist bei dem anderen Teil ja in den meisten Fällen gut aufgehoben. Dann dann loszulassen ist super, super schwierig. Aber auch ich darf, dann darf ich mir vielleicht auch hier wieder Begleitung holen. Wenn ich eine starke Traurigkeit, wenn ich ein starkes Vermissen, wenn ich vielleicht auch eine Wut fühle, ob ich mir uns als Begleitung hole oder ob ich eine Freundin anrufe oder ob wir haben in einer Podcast Folge darüber gesprochen, wo es um das Thema Trennung aussprechen geht. Ich darf mir dann Hilfe holen, ohne mich dauerhaft abzulenken, sondern es darf jemand sein, der mich auffängt, der dann mal mich coreguliert und der meine Gefühle da sein lässt. Und das ist ein unfassbar. wichtiger Anker. Also es war für mich wirklich ein unglaublicher Anker mit all meinen Gefühlen, Bedürfnissen, Sorgen und Ängsten zu jemandem gehen zu können, der für mich da war und mich da wirklich hingeben zu können, ohne verurteilt zu werden und gesagt, hast du dir das ausgesucht! Ja, stimmt. Und trotzdem darf ich es fühlen. Und selbst wenn ich es mir nicht aussuche.

Susanne Pehse: Mhm.

Katja Westerbarkey: darf ich es fühlen, ohne in dieses Opfer zu fallen, sondern es darf da sein.

Susanne Pehse: Genau so ist es. Und Katja, an der Stelle ist es eben ganz wichtig zu erwähnen, dass Eltern eben eigene Strategien finden müssen für die Trauer, für Leere und so weiter, was du gerade alles aufgezählt hast und dass eben Kinder nicht zum Trostspender werden. Denn das passiert ganz häufig. Ich vermische meine Realität mit der Realität meines Kindes und damit bringe ich mein Kind auch in einen Loyalitätskonflikt. Und das wollen wir unbedingt vermeiden. Und wir haben vorhin von Selbstfürsorge oder auch Selbstwirksamkeit bei Kindern gesprochen. Ja, wir haben diesen kleinen Koffer angesprochen. Aber jetzt soll es auch so ein bisschen die Erwachsenen Selbstfürsorge gehen. Was, wie kann ich bewusst meine Zeit, meine kinderfreie Zeit gestalten? Und du hast es schon erwähnt. Ja, der Austausch mit Freunden steht hier an erster Stelle. Auch schreiben. Ich finde das mittlerweile, Katja, ist richtig gut. Nimm dir ein leeres Blatt und schreib alles nieder, was in deinen Gedanken ist. Das muss niemand sehen, das musst du nirgendwo abheften. Du kannst es danach auch wegtun. Aber es ist raus aus deinem Kopf, durch die Hand hindurch und dann darf es erstmal da sein. Bewegung. Viele fangen tatsächlich mit dem Sport wieder an, wenn sie bisher das ein bisschen haben Schleifen lassen. Und ich kann dir sagen, Sport ist, also du musst jetzt kein Marathonläuferin oder Läufer werden, aber auf jeden Fall komm in die Bewegung, wenn das erstmal ein Spaziergang im Wald ist. Also geh in die Natur hinaus, wirklich. Und reguliere dich selbst, du... Also gerade wenn eure Trennung vielleicht ein bisschen schwierig ist oder herausfordernd und das Kind kommt jetzt vielleicht wieder zu dir zurück und ihr habt eine Übergabe, wo du jetzt schon weißt, puh, das wird anstrengend für mich. Also schau, dass du dich da selbst regulierst, dass du noch mal durchatmest, dass du sagst, es geht hier um mein Kind. Und da mag ich dir noch was da lassen. Wenn Übergänge, also das heißt, wenn das Kind zu dir zurückkommt oder das Kind zum zweiten Elternteil geht, besprecht nichts ernsthaftes. Also im Sinne von, da geht es jetzt nicht darum, irgendein Gespräch anzufangen, das vielleicht zu einem Konflikt gerät, sondern da geht es wirklich um euer Kind. Also Fokus aufs Kind, macht euch so sure fix, fertig, trefft euch einmal

Katja Westerbarkey: Schwindelflügel.

Susanne Pehse: pro Woche oder ruft euch an oder was auch immer, dann wirklich eine Planung zu machen. Aber bitte nicht bei den Übergängen. Das ist mir hier noch ganz wichtig. Ja Katja, du wir sind schon am Ende tatsächlich angekommen. Ich habe das Gefühl die Folge war sehr voll, also vor allen Dingen voll mit Aha-Erlebnissen, voll mit ach das Bedürfnis steckt dahinter und was kann ich direkt tun? Also wir haben heute sehr viele praktische Punkte mitgebracht. Möchtest du unsere Folge nochmal zusammenfassen?

Katja Westerbarkey: Super gerne. Nur, dass du dich noch mal abgeholt fühlst, weil es zwar auch eine bisschen längere Folge ist, als sonst. Also wir haben besprochen, dass der Auszug ein großer Wendepunkt ist. Dass die Übergänge sehr, wichtig sind, wie du, Susanne, gerade eben noch mal erwähnt hast. Und zwar nicht, dass sie perfekt sind und reibungslos funktionieren und mein Kind ja in der Ruhe bleibt, sondern dass ich bewusst begleite, dass ich schaue, was braucht mein Kind und meine Rituale mit einbringen, dass ich verlässliche Dinge biete, dass mein Kind weiß, jetzt bin ich wieder bei Papa oder Mama, da machen wir das immer. Kinder brauchen Eltern, die ihnen Halt geben und die gleichzeitig ihre Gefühle halten können, im wahrsten Sinne des Wortes Halt geben. Und Eltern, die selbst in dem Moment, wo die Kinder kommen, auch reguliert sind. Deswegen nutze die Zeit vorher auch wirklich für dich. Und liebe Susanne, ich überlasse dir unseren wunderschönen Abschlusssatz zum Ende dieser Podcastfolge, möchtest du ihnen sagen?

Susanne Pehse: Ja, sehr gerne, weil mir ist wiederum wieder bewusst geworden, dass dieser Podcast dafür steht, dass euer Kind später einmal sagen kann, ich hatte eine schöne Kindheit, trotz der Trennung meiner Eltern. Wir freuen uns aufs nächste Mal!

Katja Westerbarkey: zum nächsten Mal. Vielen Dank, dass ihr zugehört habt.

Susanne Pehse: Tschüss!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.