Phase 4: Akzeptanz und Neubeginn - so kommst du raus aus dem Tal der Tränen.

Shownotes

Nach Wut, Angst, Widerstand sowie Trauer und Schmerz folgt die vierte Trennungsphase: Akzeptanz und Neubeginn. Diese Phase wird oft als der Aufschwung beschrieben – nicht, weil plötzlich alles leicht ist, sondern weil Klarheit, Kraft und Orientierung zurückkehren.

In dieser Folge sprechen wir darüber, woran du erkennst, dass du in dieser Phase angekommen bist, warum Akzeptanz nichts mit Aufgeben zu tun hat, weshalb es keinen festen Zeitpunkt für diesen Neubeginn gibt und warum sich hier ganz oft entscheidet, ob eine Co-Elternschaft möglich oder ob parallele Elternschaft der stabilere Weg für euch ist.

Wir schauen auf die innere Neuorientierung, auf Veränderungen im Alltag, auf den Umgang mit alten Mustern und darauf, wie du deinen Fokus wieder auf dich und euer Kind lenkst. Mit dem Bild des Trennungsgartens machen wir sichtbar, was bleiben darf, was gehen muss und wie du Raum für Neues schaffst, ohne ständig in den Garten des anderen Elternteils zu schauen.

Außerdem beleuchten wir, was in dieser Phase im Körper passiert: Warum dein Nervensystem sich langsam beruhigt, wie sich Stabilität anfühlt und weshalb innere Sicherheit die Grundlage für gute Entscheidungen nach der Trennung ist.

Diese Folge ist für dich, wenn du merkst: Ich will nicht mehr kämpfen – ich will gestalten. Für mich. Für unser Kind. Für einen stabilen Neubeginn nach der Trennung.

Wenn du merkst, dass du an einem Punkt feststeckst – emotional, im Kontakt mit deinem Ex-Partner oder in alten Beziehungsmustern – dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

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Und wenn du spürst, dass sich bestimmte Muster in Beziehungen bei dir immer wiederholen – Bindungsängste, Rückzug, Anpassung oder Verlustangst – dann ist Katja die richtige Ansprechpartnerin für dich. Gemeinsam mit ihr kannst du deine Bindungsmuster verstehen, auflösen und innerlich neu ausrichten – für dich und für zukünftige Beziehungen. https://www.katja-westerbarkey.com/

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Susanne Pehse: Willkommen zu einer neuen Folge von deinem Podcast Starke Trennungskinder. Wenn du uns heute zuhörst, dann bist du wahrscheinlich mitten in deinem Trennungsprozess und du möchtest verstehen, wann endlich wieder Leichtigkeit in dein Leben kommt, wann du nicht mehr jeden Tag kämpfen musst und wann du wieder du selbst sein darfst. Denn heute sprechen wir über die vierte Trennungsphase Akzeptanz und Neubeginn. Das ist die Phase, der sich so dein innerer Nebel lichtet. Die Phase, in der du beginnst, Entscheidungen zu treffen, die aus deiner Stärke mehr herauskommen und nicht so sehr mehr aus deinem Schmerz. Warum solltest du heute dranbleiben und uns zuhören? Weil du in dieser Folge erfährst, woran du erkennst, dass du wirklich in dieser Phase angekommen bist? Warum Akzeptanz nichts mit Aufgeben zu tun hat, wie du deinen Fokus neu setzt, damit euer Kind Sicherheit spürt? und warum sich gerade hier entscheidet, ob ihr eine Co-Elternschaft leben könnt oder ob du dich auf eine parallele Elternschaft vorbereiten musst. also diese Phase bringt Klarheit, Kraft und Orientierung zurück. Sie ist der Wendepunkt auf deinem Weg in ein stabiles Leben nach der Trennung. Mit mir an meiner Seite ist Katja und hat sicherlich auch noch etwas dazu zu sagen.

Katja Westerbarkey: Einen wundervollen schönen guten Tag an euch, die ihr zuhört. Wir freuen uns riesig, dass ihr wieder eingeschaltet habt, dass du wieder eingeschaltet hast. Und wir wollen heute natürlich auch gerne noch bisschen beleuchten, was passiert so in dir, in deinem Nervensystem, in deinem Körper, wenn du endlich mal wieder eine Zuversicht bekommst, einen Neubeginn starten kannst, dich in deinem Traum, in deinem vielleicht auch schon ein Stück weit Loslassmodell befindest und wie du es auch wahrnehmen kannst anhand deines Körpers, dass du jetzt am Neubeginn stehst. Und kurz dazu gesagt, Susanne meinte, Akzeptanz ist ja nichts Schlechtes, was Gutes und wir dürfen Akzeptanz nicht verwechseln mit Resignation. Ich akzeptiere die Situation und mache für mich einen neuen Schritt daraus. Ist eigenmächtig. Resignation wäre Und heute gehen wir in die Eigenmacht und freuen uns für dich auf deine neue Zukunft, die du dir gestalten darfst, die du fühlen darfst und auf die du dich freuen darfst. Auch wenn es manchmal kleine Rückschritte gibt, die dürfen sein und gehören dazu.

Susanne Pehse: Genau. Und Katja, Phase vier beginnt ja, wenn alle anderen Phasen durchschritten und durchlaufen und für einen durchfühlt worden sind. Also wenn du jetzt gerade sagst, Gott, da bin ich noch gar nicht angelangt, dann stoppe diesen Podcast an der Stelle und höre dir die anderen Phasen an, die Katja und ich schon miteinander besprochen haben. Wut, Trauer, Angst, Schmerz und so weiter und sofort. und dann kehrst du einfach wieder hierher zu unserem Podcast zurück. Wir nennen diese Phase auch den Aufschwung. Das heißt, du wirst es bemerken anhand dessen, dass sich dein Alltag leichter anfühlt, dass du Entscheidungen aus einer Klarheit heraus triffst, statt aus einer Überforderung heraus. und dass Zukunftsplanung wieder Sinn macht. Also das ist häufig dieser Moment, wo du feststellst, wenn wir uns jetzt vorstellen, du sitzt in deinem Auto und schaust ständig in den Rückspiegel, ja, und du schaust ständig auf den Verkehr hinter dir, dann weißt du gar nicht, was passiert vor mir. Und das ist die Phase, wo du nicht mehr so oft in den Rückspiegel schaust, sondern nach vorne blickst und nach rechts und links schaust und sagst, Es ist aber eine interessante Landschaft, in der ich jetzt hier gerade fahre und das auch wieder überhaupt wahrnehmen kannst. Also du kommst wieder zu deiner Gestalterkraft, will ich es jetzt mal nennen, zurück, ja, zu deiner Selbstwirksamkeit. Du erlebst dich wieder selbst als Gestalter/in deines Lebens und das macht sich auch mit körperlichen Signalen bemerkbar, oder Katja? Wie kann ich das so im, wie nehme ich das körperlich wahr?

Katja Westerbarkey: Aufschwung und da möchte ich, dass du mich richtig verstehst, heißt nicht, es geht die ganze Zeit bergauf. Es wird dich immer mal wieder so ein kleiner Einschwung fesseln, wo du reflektieren darfst und regulieren darfst. Doch der erste Aufschwung, den du spürst in deinem Körper, ist wirklich zu merken, wie du kriegst auf einmal viel mehr Luft. Viele stellen es auch fest, du strahlst, du lächelst mehr, du hast eine ganz andere Ausstrahlung, du wirkst anders auf andere. Du atmest vielleicht auch ein bisschen ruhiger und was man ganz enorm feststellt ist, wenn wir in Konfliktsituationen wieder sind mit dem Ex-Partner, Ex-Partnerin, dann können wir wahrnehmen, wenn du durch diese ganzen Phasen bisher achtsam auch in dein Nervensystem gegangen bist, wow, jetzt holt es mich ein, jetzt fühle ich mich wieder eng, jetzt gehen die Schultern hoch, jetzt atme ich schnell, jetzt möchte ich eigentlich fliehen oder ja sagen, dann nimmst du das bei der Aufschwungphase

Katja Westerbarkey: lächeln, gerade in der Phase des Aufschwungs, ist es so was Neues, was Aufregendes, was dich vielleicht auch körperlich verunsichern kann. Aber du kommst vom Überleben, von dieser Schwere und dieser Anspannung in deinem Körper in eine Ruhe und in ein Vertrauen. Und dadurch kannst du gestalten und wie du auch sagtest, Susanne, in die Gestaltung und auch in das zulassen, was Neues zu wählen. Und wann die Phase tatsächlich kommt, dass ich was Neues wählen darf, ist völlig unabhängig. Und darüber darfst uns noch ein bisschen was erzählen.

Susanne Pehse: Ja, und das wollte ich gerade, na Katja, von diesem Aufschwung bin ich jetzt wahrscheinlich wieder diejenige, die die Leute so ein bisschen zack wie mit einem Gartenzaun erwischt. Ganz oft in meinen Begleitungen bekomme ich natürlich die Frage gestellt, ja wann ist es denn endlich so weit? Wann kommt denn dieser Aufschwung? Und da kann ich dir nur sagen, das ist von Mensch zu Mensch, von Situation zu Situation ganz unterschiedlich. Und dazu kommt noch, es kann sein, dass du zwischendurch mal einen Aufschwung. erfährst, genauso wie es Katja gerade beschrieben hat, du aber wieder eine Welle sozusagen zurück machst, ja vielleicht auch noch mal in die Wut gehst, noch mal in die Trauer gehst und das will ich dir hier dalassen, das ist ganz normal. Also nicht, dass du auf einmal denkst, jetzt bin ich ja linear durch diese Phasen hindurch. Jetzt geht es nur noch bergauf. Das stimmt nicht. sage immer, das Leben ist wie ein Herzschlag und genauso geht es dann letzten Endes auch weiter. Also die Phasen sind eben auch wie so ein Herzschlag zu betrachten. Du fällst nur nicht mehr so tief. Das auf jeden Fall nicht. Also das heißt, das Tempo hängt davon ab, wie friedlich oder wie konfliktbeladen auch die Trennung verlief oder immer noch verläuft. Wie weit du innerlich schon vor der Trennung.

Katja Westerbarkey: Mh.

Susanne Pehse: war es, ja. Also da gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen dem Menschen, der verlassen hat und dem Menschen, der verlassen worden ist. Es ist sehr selten, dass der Mensch, der verlassen worden ist, schneller in dieser Phase ankommt, als der Mensch, der verlässt. Das kann passieren, weil eben auf einmal deutlich wird, ich stell grad fest, ohne den Menschen an meiner Seite geht es mir viel besser, wer hätte das gedacht. Aber das ist eher eben eher selten und natürlich auch kooperationsbereit der andere Elternteil ist und wie ehrlich man sich auch mit den eigenen Mustern auseinandersetzt ja also so eine Trennung sage ich ja immer wieder Katja, birgt einen unglaublichen Schatz. Ich kann also jetzt auch in dieser Phase gerade in dieser Phase mich gut mit mir selbst beschäftigen was war denn mein Anteil in dieser Trennung was sind meine Bindungsmuster und vielleicht schon so bisschen drüber nachzudenken, wie möchte ich denn die nächste Beziehung leben? Was möchte ich auf gar keinen Fall mehr? Und was möchte ich aber gerade? Was ist für mich nicht mehr verhandelbar? Also das kann auch sein, dass wir das in dieser Phase schon mitnehmen. Also wichtig ist hier, niemand kommt zu spät in diese Phase hinein. Jeder kommt auf jeden Fall an, aber jeder in der eigenen Geschwindigkeit. Dazu möchte ich noch sagen, es erscheint mir hier sehr wichtig an der Stelle, Wenn du jetzt uns zuhörst und sagst, boah, ich bin jetzt seit drei Jahren getrennt und stecke immer noch in der Wutphase zum Beispiel, dann solltest du dir Unterstützung von außen holen, weil das ist tatsächlich etwas, jeder braucht seine Zeit, ja, aber wer drei Jahre in der Wutphase steckt, das macht was mit dir, das macht was mit den Kids, das macht was mit deinem Umfeld. Also spätestens dann solltest du sagen, okay, so ich hole mir jetzt Unterstützung. Und... Katja, ist das? Hast du noch? Genau, ich sehe schon, du wirst noch was dazu sagen. Deswegen mag ich dir jetzt mal den Raum auch da dazu geben.

Katja Westerbarkey: Wenn du sagst, du steckst drei Jahre in der Wut weg, also ich möchte es gern unterstreichen, was du sagst, Susanne. Und zwar, spielen die Phasen ja schnell durch in Form dieses Podcasts. In Wahrheit ist es ja wirklich, wirklich lang. Also aus eigener Erfahrung kann ich sagen, ein Jahr ist wirklich wahnsinnig schnell vorbei und in diesem Jahr gibt es viele Höhen und viele Tiefen. Und es ist so schön, dass du gesagt hast, du fällst nie wieder so tief, weil du gehst immer weiter nach oben vorausgesetzt. dir hin und es ist in einer Trennung, wo Kinder mit im Spiel sind, unumgänglich bei sich selber hinzuschauen. Denn wir kommen auch in der nächsten Folge drauf. Ich muss bei mir anschauen und wenn jemand drei Jahre in der Wutphase steckt, dann möchte ich behaupten zu sagen, der diejenige schaut zu wenig bei sich selber. Was ist mein Anteil daran? Du hast etwas wichtiges angesprochen, Susanne, diese Zeit. Wir wollen ja super gern die ganzen Phasen nicht so fühlen. Wir wollen ja schnell am Neubeginn sein. Vor allem der, verlassen wurde. Nur so ganz einfach ist es nicht. Und du hast auch die Bindungsmuster angesprochen. Ob ich jetzt schon dran denke, wie möchte ich in einer neuen Beziehung sein, ist, glaube ich, noch sehr weit weg. Dennoch darf ich mir überlegen, was war tatsächlich der Grund ...

Katja Westerbarkey: dieses achtsamen sein, was in meinem Körper passiert und es ist so wichtig und ich finde keine Worte zu sagen, wie wichtig es ist, weil wir es so sehr unterschätzen. Mein Körper bestimmt mit das Tempo. Das macht nicht nur mein Kopf, weil alle Erinnerungen, alle Trigger werden immer von meinem Körper mitverarbeitet oder eben auch nicht. Erde dich und sag dir stopp. Was ist meine Intention? Für wen handle ich? Wie kann ich es umsetzen? Und ich bleibe in der Ruhe. Und wenn es nicht geht, gehe ich kurz aus dem Raum und komme dann wieder. Du bestimmst das Tempo und dein Körper mit.

Susanne Pehse: Ja, und das ist

Katja Westerbarkey: Ich glaube, ich werde es noch hundertmal sagen.

Susanne Pehse: Das kannst du noch hundertmal sagen. Das ist ja auch gut so. Und ich überlege jetzt gerade tatsächlich, wie ich den Übergang zu einem noch ganz wichtigen Thema finde. In der Vorbereitung dieses Podcasts ist mir dieses Thema den Kopf gekommen und ich habe es hier mit hineingenommen. Es geht das Thema Co-Elternschaft oder parallele Elternschaft. Denn wir haben ja gesagt, das ist eine Phase des wieder klaren Denkens. Also mir ist, ich habe auch wieder Zugriff auf meine Ratio und ich würde mir viel mehr Eltern wünschen, die erstmal durch diese Phase gehen. Ich weiß, das ist nicht einfach, aber dann eben oder durch die verschiedenen Phasen und dann in dieser Aufschwungphase entscheiden, was wollen wir für ein Umgangsmodell. Das ist natürlich nicht realistisch umsetzbar. Aber vielleicht bei einigen doch und In der nächsten Folge schauen wir uns ja das Thema Umgangsmodell an und deswegen mag ich hier nochmal dich darauf hinweisen, jetzt wo du wieder Zugriff auf deine Ratio hast, schau bitte ganz genau hin. Wollen wir, können wir eine Co-Elternschaft leben oder leben wir eine parallele Elternschaft? Ganz kurz zur Erklärung, was ist das überhaupt? Also eine Co-Elternschaft würde bedeuten, die Kommunikation zwischen euch gelingt Absprachen werden jetzt schon zuverlässig eingehalten. Ihr seid immer pro Kind, also gemeinsamer Fokus ist, euer Kind bleibt im Zentrum, euer Ego bleibt draußen und die Grundhaltung ist, ich bin okay, du bist okay. Eine parallele Elternschaft bedeutet mehr ein Schutzraum, wenn Kommunikation nicht mehr möglich ist, wenn Konflikte dominieren, wenn Abwertungen oder Machtkämpfe anhalten, wenn ich fast schon Kooperationen mit anderen schließe, also so dieses Gemeinsame in den Abgrund. Wenn Behörden und Anwälte im Spiel sind, da bitte sollten die Alarmglocken klingen, dass es vielleicht zu einer parallelen Elternschaft kommen könnte. Das heißt, eine Co-Elternschaft ist, wir machen das alles gemeinsam. Eine parallele Elternschaft bedeutet immer, ich schütze mich auch ein Stück weit, mich und mein Kind.

Susanne Pehse: Und warum das so wichtig ist, Katja, auch fürs Nervensystem, da kannst du vielleicht noch mal mit reingehen.

Katja Westerbarkey: Ja, also die Co-Elternschaft, ich habe mir gerade überlegt, vielleicht ist es manchmal auch so eine Kombi, denn wir sind nicht immer in der Ratio, wir sind immer im Gefühl und also wir, es ist, switcht. Wir sind immer in beidem, in einer gewissen Art und Weise. Manchmal gelingt uns das eine mehr, manchmal das andere weniger. hat hier nichts verloren. Das Ego hat hier nichts verloren. Und das ist so schwer, weil wir mit unseren eigenen Ängsten, mit unseren eigenen Erfahrungen und Prägungen ja auch in eine Trennung gehen und in eine Neuorientierung. Da zählt jetzt nur noch ich. Doch genau das ist nicht so ganz richtig. Jetzt zählen eben auch die Kinder. Und dass du dann spürst, mal bin ich entspannter, körperlich, emotional, freier? Und mal eben nicht. die Co-Elternschaft ist natürlich das Schönste, was ihr euren Kindern schenken könnt. Für dein Kind. Und Susanne hat das ziemlich am Anfang unserer, ich glaube, die zweite Podcast Folge war, hast du es gesagt, Susanne. Und ich bestätige das für Kinder.

Katja Westerbarkey: Es ist schon schlimm, dass Eltern sich trennen, aber daraus entsteht kein Trauma, wenn ihr euch weiterhin gut versteht. Das heißt, wenn ihr miteinander kommunizieren könnt, wenn ihr den Kindern gegenüber authentisch seid. Und das ist genau das gleiche wie eine Koelternschaft. Mein Kind spürt meine innere Anspannung und wenn ich innerlich anspanne und du siehst es an der Körperhaltung und Kinder sind sowieso ganz fein, ich sage aber was anderes, in dem Moment glaubt dir dein Kind nicht. Und es ist...

Susanne Pehse: Mhm.

Katja Westerbarkey:

Susanne Pehse: Ja, das mag ich sehr gerne. Und vorher aber, ich weiß, es passt nicht so richtig zu diesem Podcast-Thema, aber es passt so gut zu dem, was du gerade sagst, Katja. Und vieles machen wir ja intuitiv. Deswegen würde ich jetzt auch mal intuitiv darauf antworten, was gerade aus mir herauskommen möchte. Es ist immer die Haltung, es ist immer die innere Haltung, die alles verrät. Ob du das aussprichst, ob du nur im Raum stehst, ob du irgendwo rumliegst, das ist völlig egal. Wenn du etwas aussprichst, was nicht zu deiner inneren Haltung passt, dann ist dein Kind verwirrt und es wird es immer auf sich beziehen. Deswegen, und ich möchte euch ein Beispiel aus meiner Praxis, ein ganz junges Beispiel aus meiner Praxis erzählen, was das so offensichtlich macht. Ich darf eine Frau begleiten, die jetzt zwei Jahre lang funktioniert hat, ab Zeitpunkt ihrer Trennung. Die hat nur funktioniert. Ihr Sohn zeigt ihr das jetzt. Ihr Sohn will nicht mehr in die Schule. Ihr Sohn möchte nicht mehr zum Sport. Ihr Sohn ist traurig. Der bricht zusammen gerade. Und im Gespräch habe ich sie gefragt, wie hat sie denn ihre Trennung empfunden? Was hat sie für eine Haltung zu ihrem Ex-Partner? Und da kam so einiges zutage, wo ich gedacht habe, ja genau. und sie kann nichts dafür, weil sie hat gedacht, sie muss funktionieren, aber sie war in dem Moment nicht authentisch. Und deswegen hat es der Sohn zwei Jahre, alle beide haben das angestaut in sich, im Körper und jetzt hat der Sohn gesagt, also Mama, jetzt zeige ich dir das mal, was in uns beiden eigentlich los ist. Und deswegen will ich dich hier immer wieder, und das ist auch das, wo Katja, deswegen bin ich so froh, dass du dabei bist, immer wieder hinzugehen und zu sagen, ich darf, ich muss sogar meine Gefühle

Katja Westerbarkey: Ja.

Susanne Pehse: zeigen. Ich darf sie zum Ausdruck bringen, damit mein Kind auch sich selbst die Erlaubnis gibt. Und das war mir jetzt noch wichtig, hier an der Stelle zu sagen, bevor ich wieder reingehe ins Thema der Neuorientierung und auch ein bisschen konkreter werde, was sich denn jetzt eigentlich im Alltag verändert. Nein, Katja, keinen Satz. Wir kommen sonst von Tröpfchen zum Wasserfall. Ich kenne uns.

Katja Westerbarkey: Vielen

Katja Westerbarkey: Gibst mir noch einen Satz? Die Polizei! Die Zweitpolizei! Nein, noch einen Satz bitte! Nur für dich als Zuhörer ist es ganz wichtig zu wissen, dass wir fast alles intuitiv machen und deswegen ist es glaube ich auch so wertvoll, was wir tun, Susanne, dass wir intuitiv entscheiden und wenn das hier Raum haben muss, weil du sagst...

Susanne Pehse: Mhm.

Susanne Pehse: Genau, das ist mein Anteil Katja, das ist so mein strukturierter Anteil, weißt du, der dann so zack und der kämpft so mit dem intuitiven Anteil. Okay, also was ändert sich denn jetzt im Alltag eigentlich konkret? Also du wirst vielleicht anfangen, deine Wohnung neu zu gestalten, also Kisten wegzuräumen, die vielleicht jetzt ewig schon dastanden. Die alte Wohnung, also oder die Wohnung, in der ihr vielleicht noch als Familie zusammen gewohnt habt, wenn du jetzt da drin wohnst, renovieren, zu verändern, zu gestalten, die Kinder mit ins Boot zu nehmen, das ist sowieso ganz wertvoll. Das Thema Selbstwirksamkeit, lass sie eine Farbe raussuchen. Wenn möglich schwarz ist, kannst du vielleicht abwenden. Vielleicht wird es eine andere Farbe. Aber du schaffst hier wieder eine neue Struktur. du schaffst Ordnung, vielleicht schmeißt du auch ganz viel weg. Also das so diese, das merkt man auch selber. Also ich selber erkenne mich gerade selbst hier drin wieder. Also das ist wie so ein neuer Start. Du entwickelst vielleicht auch neue Routinen, die sich für dich gut anfühlen, wo du sagst, boah, das wollte ich schon immer mal machen, aber aufgrund meiner Partnerschaft ging es vielleicht auch nicht. Jetzt kann ich das endlich mir auch das erfüllen, was ich eigentlich gerne möchte. Es gibt also wieder mehr Luft, es gibt mehr Raum für eigene Wünsche und du merkst, du gestaltest deinen eigenen Weg und das fühlt sich gut an. Das ist das, was du vorhin schon gesagt hast, Katja, dass Menschen auf dich zukommen und sagen, sag mal, dass du wirkst verändert. Was ist denn da los? Katja, der Körper, zeigt ja wahrscheinlich auch diese Neuorientierung. Das hast du vorhin, glaube ich, auch schon erzählt, was der Körper da auch mit zeigt. Bevor ich Katja jetzt in das Bild, das ich so gerne all meinen Trennungseltern mitgebe, den Trennungsgarten hineingehe, mag ich dich an der Stelle fragen, ob du, aber dein Gesichtsausdruck sagt eigentlich gerade, nee, ich habe eigentlich gerade nichts dazu, nochmal zu sagen.

Katja Westerbarkey: Ich hab's

Susanne Pehse: weil ansonsten würde ich nämlich tatsächlich in den Trennungskarten hinein und da möchte ich dir ein Bild mitgeben. Du hörst uns vielleicht jetzt schon eine Weile zu, du hast schon bemerkt, Susanne arbeitet sehr viel mit Bildern. Also wir stellen uns mal einen Garten vor, der früher euer gemeinsamer Garten gewesen ist und aus diesem gemeinsamen Garten zieht ihr jetzt aus und jeder von euch hat einen bezieht, neuen Garten. Und da sieht man plötzlich Pflanzen, die du vielleicht aus der alten Gewohnheit heraus mitgenommen hast. Also alte Muster, Erwartungen, Rollen, die nicht mehr passen. Und deine Aufgabe in deinem Garten ist es jetzt, rauszufinden, welche Pflanzen dürfen bleiben, welche müssen raus. Und ganz wichtig, du reißt keine Pflanzen raus und setzt sie deinem Expartner oder deiner Expartnerin in den Garten, sondern du schmeißt sie wirklich weg. Du schenkst sie niemanden anderen. Du entsorgst sie, du schaffst Platz für etwas Neues. Als Beispiel für neue Pflanzen könntest du nehmen, ich setze Grenzen, das allererste Mal in meinem Leben. Ich kommuniziere neu, ich kommuniziere anders. Ich etabliere neue Rituale mit unserem Kind. Ich habe ein neues Selbstbild. Und da wirst du sehen, wie du deinen Trennungsgarten gestaltest. Und je mehr du in deinem Garten bleibst, je mehr du Gestalterin deines Gartens bist, umso weniger interessiert dich der andere Garten. Weil Katja, was passiert denn so häufig? Mein Garten ist vielleicht, da will ich noch nicht so richtig hinschauen, ja, und da bin ich lieber im Garten des anderen. Das ist ja manchmal auch viel einfacher, in Anführungsstrichen. Und merke dann, ach herrje, hier haben wir aber ganz schön viele Konflikte und wundere mich dann darüber. Ja klar, weil ich im Garten des anderen stehe. oder der andere in meinem Garten steht. Und deswegen nimm dir dieses Bild des Gartens mit. Ich kenne es aus meinen Begleitungen. Ganz viele sagen, genial, dieses Bild behalte ich mir und gestalte deinen Trennungsgarten neu mit den Blumen, die dir gefallen. Und schau auch, wen lässt du in dein Gartentor hinein und wo und

Susanne Pehse: Wo gehst du auch hin, wenn du durch den Gartentürchen läufst? Die große Herausforderung ist es, Katja, vorher waren die Kinder in einem Garten. Jetzt sind sie mal in meinem und sie sind im Garten des anderen. Und das ist häufig die größte Herausforderung, die Trennungseltern haben, denn das hat was mit loslassen zu tun. Denn ich habe im Garten des anderen nichts zu suchen, es sei denn... Wir sprechen da über Kindeswohlgefährdung oder irgendwas, aber bei dem Thema sind wir ja gerade nicht. Und das ist so, so sau schwer, nicht in den Garten des anderen hineinzugehen, weil der wird Dinge anders machen, als du es tust.

Katja Westerbarkey: Darf ich da jetzt einhaken? Wir haben, dich mitzunehmen, Susanne und ich haben vor dem Podcast darüber gesprochen, dass ich gerne eine eigene Folge oder wir eine eigene Folge machen würden zum Thema loslassen, weil wir beide festgestellt haben, dass das einfach echt so sauschwer ist. Also das darf man so ordentlich sagen, es ist einfach krass schwer und

Susanne Pehse: Sehr gerne!

Katja Westerbarkey:

Katja Westerbarkey:

Susanne Pehse: Und bevor wir zum Schluss kommen, Katja, noch einmal zusammengefasst oder was ich jetzt auch aus deinen Worten mitgenommen habe ist, nutze diese Phase wirklich für den vollen Fokus auf dich und euer gemeinsames Kind. Also drei Sachen oder Dinge noch für dich zum Schluss. Frag dich, was kann ich gestalten? Was liegt in meinem Angelegenheitskreis letzten Endes. Wie kann ich da gut, wie kann ich gut in meinem Garten bleiben? Wenn du ständig in den Garten des anderen schaust, schwächst du deinen eigenen Garten, denn dann hast du keine Kapazität mehr, die Blumen zu pflegen, dir welche rauszusuchen etc. Und Kinder spüren das sofort. Also wenn du den Halt in dir und eurem neuen Garten findest, dann werden es die Kinder finden. Also das heißt, wenn wir wieder beim Thema Akzeptanz bleiben, das bedeutet nicht mir ist alles egal, sondern ich kämpfe nicht mehr gegen das was ist, ich gebe diesen Widerstand auf. Warten wir auch schon mal in der Folge. Und die Phase der Neuorientierung ist der erste echte Neubeginn für dich. Dabei musst du nicht schon alles wissen, wo es hingeht. Das ist nämlich auch super spannend. Das bringt wieder Leichtigkeit in dein Leben. Du darfst Schritt für Schritt mit deinem Garten sozusagen wachsen, indem du ihn neu gestaltest. Und ich will dir am Ende noch einen kleinen Ausblick auf die nächste Folge geben, denn da sprechen wir über Umgangsmodelle. Wie Eltern herausfinden, was wirklich zu ihrer Familie passt. Das ist nämlich ganz, ganz wichtig. Wir stülpen nichts über Es gibt verschiedene Umgangsmodelle, wo gerne was drübergestülpt wird. Jede Familie, jede Situation ist individuell. Das schauen wir uns natürlich auch wieder ganz individuell an. Wenn du Unterstützung in deinem Trennungsprozess möchtest, gerne zu zweit, dann kann ich nur immer wieder zu meinem Trennungsheldenpaket kommen, was ich für Eltern entwickelt habe, die genau in dieser Phase stehen und den Umgangsmodell suchen, die es vielleicht den Kids noch nicht gesagt haben usw. Wenn du die Phase bewusst gestalten willst,

Susanne Pehse: Dann kommt zu mir, den Link findest du in den Show Notes. Und Katja, für dich noch am Ende, vielleicht magst du noch was ergänzen, aber auf jeden Fall unseren Leitsatz noch mitgeben.

Katja Westerbarkey: Das mache ich sehr gern. Ergänzend mag ich sagen, dass du es schaffst. Ich will dir Motivation geben, will dir Zuversicht schenken und frei von Zweifeln werden. Du bist so stark, dass du es schaffst und zwar zweifellos. Wenn du aus deinen Bindungsmustern raus willst und erkennen willst, was dich so hält oder was dich vielleicht zu lange in der Wut lässt, dann darfst du auch gern den Kontakt zu mir aufnehmen. schauen uns das gemeinsam an, lösen dich davon oder integrieren, was sich für dich richtig anfühlt. Und Susanne und ich sind gerne für dich da. Wir freuen uns zu sehr, dass du uns hörst und möchten dir mitgeben.

Susanne Pehse: bald. Tschüss!

Katja Westerbarkey: Tschüss!

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